Schlagwort-Archive: Pressearbeit

In den Markt gepresst

amazon leipzigMonopolist, Lohndumper, Einzelhandelszerstörer oder zum Beispiel Steuertrickser – die Liste an Vorwürfen an den Versandgiganten Amazon ist lang. Ziemlich großartig hingegen klingt für mich das Standardverfahren zur Prüfung der Marktchancen neuer Produkte und Services, wie es der Deutschland-Chef des Unternehmens laut einem Beitrag in der „W&V“ beschreibt: Am Anfang steht immer eine  Pressemitteilung! Zu jeder Idee müsse Weiterlesen

Weichenstellung Horrorbilanz

FreudentrauerErst jetzt wurde ich dank „PR-Magazin“ auf den schon rund zwei Wochen alten Beitrag „Peinliche Presseerklärungen. Falsch, verlogen, zynisch“ im „Handelsblatt“ aufmerksam. In ihm geht es wieder einmal um die Tendenz der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit zur fast schon albernen Verschleierung und Beschönigung. Die Marschroute ist meist schon gleich an der überdehnten Überschrift einer Pressemitteilung zu erkennen – da Weiterlesen

Faktischer PR-Hebel

PR-Service DatenPresse- oder Medienarbeit lebt von Inhalten, am besten solchen mit hohem Nachrichtenwert – die Produktneuheit, der Umsatzrekord, das neue Werk oder auch die Personalie. Was aber, wenn sich da in der eigenen Unternehmung respektive Organisation partout nichts finden lässt? Dann greifen meine Kollegen und ich gerne auf den altbewährten „Faktentrick“ zurück und nutzen den Hunger der Medien nach Zahlen und Daten, am besten noch schön aufbereitet und für den Konsumenten nützlich oder zumindest unterhaltsam. Passende Daten lassen sich in der Regel vergleichsweise günstig und schnell erheben oder sind vielfach ohnehin frei zugänglich, zum Beispiel über Statistiken von Behörden und Verbänden bei Plattformen wie Statista. Preiswert oder sogar gratis gelangt man so zu erstklassigem Futter für die Öffentlichkeitsarbeit.

Zwei gelungene aktuelle Beispiele nach ganz ähnlichem Schema mit eigenen oder eigens erhobenen Daten stellen die „Miet-Map“ mit einer Art Mietspiegel für München nach S- und U-Bahn-Haltestellen sowie, passend zum Wintereinbruch, die „Rodelpistenkarte München“ mit beliebten Schlittenhügeln dar. Eigentlich ganz banal, aber erfolgreich – bei insgesamt wohl überschaubarem Aufwand haben es die beiden Anbieter damit jeweils samt Namensnennung zum Beispiel in die als vergleichsweise „PR-resistent“ bekannte „Süddeutsche Zeitung“ geschafft.

Wer den „Dschungel der Zahlen und Werte“ kritisch durchforsten und „Manipulation, Effekthascherei und Panikmache“ durchschauen will, findet mit „Wahr oder wahrscheinlich“ bei der Bundeszentrale für politische Bildung auch noch das ideale, sehr preiswerte Einstiegsbuch. Das Buch seziert übrigens genussvoll auch einige Taschenspielertricks unserer Zunft – leider ist nicht jede erfolgreiche Kampagne auch integer und aufrichtig (siehe Kommunikationskodex).

Alles auf Anfang

pranfg15fvhÄrmel hochkrempeln und einfach mal machen – oft ist das eine ganz ausgezeichnete Idee. Beim Einstieg in PR und Medienarbeit als KMU sehe ich da eher schwarz. Das Wirtschaftsmagazin „Impulse“ bietet seit gestern eine kompakte, aber durchaus brauchbare Zusammenstellung mit „16 Tipps für eine erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit“. Alle Vorschläge sind gut und halbwegs laientauglich beschrieben, praktikabel und auch ohne großes Budget realisierbar. Leider fehlt das vielleicht wichtigste: sich überlegen, was man mittel- und langfristig überhaupt erreichen will und welcher Weg mit welchen Mitteln zum Ziel führt. „Rufen Sie einfach Ihr Wunschmedium an„, so der Appell des Autoren – ich habe bei Kunden und Kollegen viel zu viele erfolglose oder sogar kontraproduktive „Einfach-mal-Anrufe“ erlebt, um nicht dezidiert davon abzuraten. Ein Start in Public Relations ohne zumindest einfachen strategischen Unterbau ist mit großer Sicherheit schlicht ein Anfängerfehler.

Bild auf dem Gipfel

gtsbnft15mkpDie teuerste PR-Veranstaltung aller Zeiten? Oder doch das erfolgreichste Pressefoto ever? So oder so haben Medienarbeiter und Journalisten im Nachgang zum G7-Gipfel auf Schloss Elmau viel zu analysieren und diskutieren. Unumstritten ist: Das schon jetzt legendäre Foto mit Merkel und Obama im vermeintlich entspannten Plausch vor imposanten Bergen hat es weltweit auf unzählige Titel- und Startseiten geschafft. „Die politischen Ikonen der Moderne geben sich ganz ‚down to earth'“, erläutert Ulrich Schulte in der „taz„. Von den arrangierten Gipfelfotos werde Merkel wohl „noch lange zehren“. Klingt nach einem echten Coup. Der britische „Guardian“ schreibt denn auch von einer „gut geölten PR-Maschine“. Alles aber sei „gelenkte Berichterstattung„, heißt es beim Medienmagazin „Zapp“ – anstelle von Informationen habe es lediglich „schöne Bilder in Alpenkulisse“ gegeben. Auch für „Heute“ kritisiert Christoph Hartung eine „inszenierte Welt“. Es sei lediglich um eine „gute Show“ gegangen. „Nichts an dem, was wir sehen, ist wirklich echt – Politik und Marketing feiern Party.“ Noch weiter geht der Philosoph und Publizist Florian Rötzer auf „Telepolis„: Die „Inszenierung des Elmau-Events“ habe „alle Schamlosigkeit durchbrochen“. Ich für meinen Teil habe noch kein endgültiges Urteil gefällt – in Abwandlung eines Lessing-Zitats will ich sagen: Treffen von Spitzenpolitikern sind nicht immer, was sie scheinen, aber selten etwas Besseres.

Energie mit guten Noten

bdwprt14zuhgvcMit PR rund um erneuerbare Energien habe ich dank meiner Arbeit für die TSO Security Cooperation (TSC) im Grunde täglich zu tun. Beim inzwischen gut etablierten Pressestellentest des „prmagazins“ mit der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes als Aufhänger schnitten jetzt die Kollegen in den PR-Stellen der Verbände mit ausnahmslos guten bis exzellenten Ergebnissen ab. Rang eins belegt mit dem BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) zwar mit einigem Abstand der mächtige Branchengesamtverband, aber „auch insgesamt können wir nur Gewinner ausmachen“, so das Fachmagazin. So konnte selbst das Schlusslicht, der Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke, noch 145 von 200 möglichen Punkten ergattern.

Katastrophaler Luxus

vllaplen14ihbGerade im boomenden Großraum München sind die Mieten und Immobilienpreise in den letzten Jahren förmlich explodiert. Jetzt hat das „PR Magazin“ Deutschlands Luxusimmobilienmakler seinem umstrittenen, aber durchaus bewährten Pressestellentest unterzogen. Das für Experten nicht unbedingt überraschende Ergebnis: Über die Hälfte kommt auf weniger als 60 von maximal 200 Punkten und wird als „katastrophal“ bewertet. Die Bestnote „erstklassig“ hingegen erreicht kein einziges Maklerunternehmen, die zweitbeste Wertung „sehr gut“ (160 bis 179 Punkte) immerhin vier. Vermutlich gehen die Geschäfte in dem Marktsegment mit seinen „Rekordgewinnen“ einfach zu gut, um ausreichend Wettbewerbsdruck aufzubauen. Mehr zu den Testkriterien von der Erreichbarkeit bis zur Qualität der Information erfährt man übrigens hier.

Schmeichelhafter Vergleich

In einer internetgestützten Vier-Länder-Studie der internationalen Agentur 10 Yetis bewerten deutsche Journalisten die Arbeit der PR-Schaffenden vergleichsweise gut, wie der „PR Report“ berichtet. So wird die Relevanz der PR-Informationen in der Bundesrepublik besonders hoch eingeschätzt. Zudem seien die Storys der PR-Agenturen zuletzt qualitativ besser geworden. Befragt wurden Anfang des Jahres mehr als 2.600 Journalisten aus den USA, Großbritannien, Frankreich und eben Deutschland. Weitgehende Einigkeit herrschte hinsichtlich der größten Schwachpunkte: unklare Informationen mit Verlautbarungscharakter und Texte mit fehlerhafter Rechtschreibung und Grammatik. Mein Reden …