Schlagwort-Archive: Politik

Heimspiel mit europäischem Übertragungseffekt

Mein Kunde TSCNET Services ist ein Spezialdienstleister für das europäische Stromübertragungsnetz. Die Kernaufgabe: Jeder Netzbetreiber soll im Voraus möglichst zuverlässig wissen, wo in Europa wieviel Strom produziert und verbraucht werden wird – rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Nur so kann die Stromversorgung bei einem immer höheren Anteil an naturgemäß stark schwankenden regenerativen Energien wie Solar- Weiterlesen

Mr Cool aus der Hofburg zu Wien

Nach einem außerordentlich langen Wahlkampf mit unfairen Attacken seines Kontrahenten und gerichtlich angeordneter Neuwahl wurde Alexander van der Bellen endlich als neuer Österreichischer Bundespräsident „angelobt“. Die Antrittsrede des „bedächtigen Professors der leisen Töne“ am vergangenen Donnerstag mit einem flammenden Appell für Toleranz und die Europäische Union wurde ausgesprochen Weiterlesen

Schüsse ins Herz

Terrorfolgen2016aAlles, was Menschen dauerhaft beschäftigt und stark emotionalisiert, findet Eingang in Werbung und Kommunikation. Mit dem Terror oder einem „sozialmedial inszenierten“ Amoklauf wie am Freitag in München ist das nicht anders. Nach Nizza, Würzburg, München und gestern Ansbach bestimmt die auf unsere Köpfe und Herzen zielende Gewalt, so unterschiedlich auch immer sie im Detail zu charakterisieren und zu bewerten ist, auch Weiterlesen

Plagiatsaffäre auf Politparkett

Galileo Trumps RedeplagiatPeinliche Panne statt des erhofften großen Auftritts für Donald Trumps Ehefrau auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner in Cleveland: Ganze Passagen wurden dilettantisch abgekupfert und stammen auch noch aus einer Rede der heutigen First Lady, Michelle Obama, aus dem Jahr 2008. In einem aktuellen Beitrag dazu brachte das TV-Wissensmagazin „Galileo“ dazu gestern Abend auf Pro Sieben auch eine kurze Bewertung von mir Weiterlesen

Great Britain? Kannste knicken …

BREXIT-SchlagzeilenFußballeuropameisterschaft? Vorübergehend kein Thema. Das Bild vom coolen, weltoffenen Briten? Passé. Der lange Zeit für kaum denkbar gehaltene Ausstieg Großbritanniens aus der EU scheint nach dem knappen Referendum tatsächlich wahr zu werden. Die Welt reibt sich verwundert die Augen – und macht sich Sorgen. „Mit der Entscheidung für einen Brexit manövrieren die Briten nicht nur sich selbst, sondern ganz Europa in Weiterlesen

Öffentliche Sache mit Frankenbezug

crswnk16durSchon innerhalb unseres Studiengangs Politologie im wunderbaren Bamberg in Oberfranken war er einer der diskussionsfreudigsten Kommilitonen, jetzt ist er nach einer Art Management-Buy-out gemeinsam mit seinem Kompagnon Alexander Marguier unter die Verleger gegangen und ist Herausgeber des Politmagazins „Cicero“ sowie der Kunstzeitschrift „Monopol“: Christoph Schwennicke. Ich wünsche ihm alles Gute mit seinem Weiterlesen

PR als Ländersache

Good CountryGleich zwei spannende und nicht alltägliche Aspekte bringt ein Interview in der „Süddeutschen Zeitung“ mit dem unabhängigen britischen Politikberater und Autoren Simon Anholt zusammen: PR und Kommunikation für einen Staat im Sinne eines „Nation Brandings“ sowie Engagement für eine bessere Welt im Sinne des anholtschen „Good Country Index“. Dabei gebe es keineswegs „eine Marketingtechnik, mit der sich das Image eines Landes einfach ändern ließe“ – die Menschen würden entsprechende Kampagnen „instinktiv als Propaganda eines ausländischen Staates“ erkennen. Wolle ein Land auf Dauer erfolgreich sein, müsse es sich eben auch „besser benehmen“. Im Grunde sei es ganz einfach: „Jedes Mal, wenn Deutschland etwas Gutes für die Menschheit tut […,] zahlt es auf das Imagekonto ein.“

Vorsorglich verraten

ntzplt15rfvDas in vielerlei Hinsicht mehr als befremdliche Vorgehen der Bundesanwaltschaft gegen den Politblog „Netzpolitik.org“ sorgt für viel Unmut in Politik, Medien und Gesellschaft. „Die Nachricht von den Landesverrats-Ermittlungen löste gewaltige Empörung aus“, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ und nennt das Ganze ein „Skandalstück“. Der Rechtsanwalt Markus Kompa spricht von einer „Farce“ und vermutet, die Strafanzeige sei „nur pro forma mit einem ganz anderen strategischen Ziel“ erfolgt, wie er auf „Telepolis“ erläutert: Schon der Verdacht auf eine sogenannte Katalogstraftaten erlaube „über die normale Strafermittlung hinausgehende Maßnahmen“, vor allem die umstrittene Vorratsdatenspeicherung. Dank der „bei Tageslicht betrachteten unbrauchbaren Strafanzeige“ könnten unsere nach außen so auffallend zahnlosen Verfassungsschützer einen „unbequemen Gegner im Inland ausspionieren“.  Die vielen spontenen Spenden der laut Blogbetreiber „besten Unterstützer der Welt“ nach Bekanntwerden der Ermittlungen sind vermutlich bitter nötig, um dieses kleine, aber wichtige Stück Pressefreiheit zu verteidigen.

Checkpoint Charlie

ihbcrle15tzrdxNormalerweise versuche ich an dieser Stelle, neue oder zumindest weniger bekannte Aspekte einzubringen. Heute aber reihe ich mich in die Schar der vielen Menschen ein, die vor allem ihrem Entsetzen über den islamistischen Anschlag in Paris und ihrer Sorge vor einer weiteren Zuspitzung des gesellschaftlichen Konflikts Marke AfD oder Pegida Ausdruck verleihen wollen.

Die „Horizont“ bietet zu dieser „Kriegserklärung an die freie Welt“ eine  beeindruckende Zusammenstellung kluger und interessanter Medienstimmen aus dem In- und Ausland. So schreibt Catherine Monroy in „The Independent“, die Welt erlebe die Folgen einer selbsterfüllenden Prophezeiung nach dem 11. September 2001 – auch das menschliche Bedürfnis danach, Feinde zu identifizieren, habe „wirkliche Feinde auf der ganzen Welt geschaffen“. Zeit für ein doppeltes Bekenntnis – sowohl zur Freiheit als auch zu Toleranz und Humanität. Heute gilt: #ichbinCHARLIE

Frei in Farbe

fedmkrelo15zuhtcvNormalerweise wird Corporate Design bestenfalls in Fachkreisen erörtert. Mit dem neuen, beim traditionellen Dreikönigstreffen enthüllten Logo der FDP ist das anders: Rein mengenmäßig fällt die Resonanz hervorragend aus. „Nahezu alle Medien berichten breit über das neue Logo“, so ein Kommentar des „Krautreporters„. Mit dem neuen Auftritt, so „Horizont„, wolle FDP-Chef Lindner die Partei „aus der seit Jahren anhaltenden Krise führen“. Mission erfüllt? Man wird sehen. Qualitativ ist das Echo eher negativ. „Das sieht aus wie 99 Cent“, meint der Gestalter und Typograf Erik Spiekermann im „Deutschlandradio Kultur„. Die „Zeit“ erkennt neben „neuer Farbe“ und „neuem Sound“ immerhin einigen „Tatendrang“, aber weiß auch: „Erfolg versprechen nur die alten, die kalten Themen“. Und da sehe es nicht so gut aus für die Liberalen. Ein neuer Anstrich jedenfalls wird da nicht genügen. Schaun wir mal.