Schlagwort-Archive: Nachhaltigkeit

Besiegelt gut für alle

Das weiß doch jeder: Ein Unternehmen soll Gewinne erzielen, die von den (Anteils-)Eignern privat vereinnahmt werden. Ganz anders aber ist dies nach der sogenannten Gemeinwohlökonomie, kurz GWÖ, ausführlich vorgestellt zum Beispiel in dem kostenlosen und grundsätzlich kritischen Buch „Selbst denken“ der Bundeszentrale für politische Bildung. In einer GWÖ definiere ein Unternehmen seinen Erfolg danach, ob es zum Wohlergehen Weiterlesen

Nachhaltige Hintertürchen

nachhaltigkeitLetzte Woche hat die Bundesregierung den vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz vorgelegten Entwurf eines „Gesetzes zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten“ angenommen und setzt damit die Europäische Richtlinie zu „Corporate Social Responsibility“ (CSR) von 2014 in deutsches Recht um. Klingt gut, ändert Weiterlesen

Moral gefressen

SonverkaufEnde14iuv„Erst kommt das Fressen, dann die Moral“, so das berühmte Bertolt-Brecht-Zitat. Beides zu verknüpfen versucht der sogenannte kritische Konsum, den viele vor allem durch die „Lohas“, die Menschen mit einem „Lifestyle of Health and Sustainability“, vertreten sehen. Die Kernidee: „Konsum für eine bessere Welt„. Ähnlich liest sich das zum Beispiel auf der Aktionsplattform der katholischen Jugend: Man solle „die Macht als Konsumentin und Konsument nutzen“ und „die Welt fairändern„. Um Verzicht geht es also nicht. Im Gegenteil: Im „Geo“-Beitrag „Kann Einkaufen die Welt verbessern?“ wird sogar zu massiven Investitionen an „strategischen ‚Key Points'“ aufgefordert. Vieles davon entspricht auch meiner Haltung. Allerdings wäre Konsumversicht oft womöglich doch die bessere Alternative. Im aktuellen „Brennstoff„, dem Magazin der unkonventionellen Marke GEA, erinnert der Sozialpsychologe Harald Welzer daran, dass „moralischer Konsum meist nur der Konsum von Moral“ ist – längst habe sich ein eigenständiger Wirtschaftszweig entwickelt, in dem „Haltung durch Branding und Protest durch Event ersetzt“ worden seien. Ich bin mir allerdings nicht gewiss, dass sich diese Sicht bei vielen „Lohas“ durchsetzen wird.

Sozial von Wert

Das liebe Geld und sein Nutzen für die Allgemeinheit – ungefähr darum ging es in dem mehrstündigen Workshopvortrag „Social-Value-Kommunikation der Finanzbranche„, den ich jetzt im Rahmen des Studiengangs „Management Sozialer Innovationen“ bei Prof. Karl-Peter Sprinkart am Campus Pasing der Hochschule für angewandte Wissenschaften München gehalten habe.

Gerade vor dem Hintergrund der Finanzkrise und der anhaltenden, teils fundamentalen Kritik an der „Financial Community“ war es auch für mich selber sehr spannend zu erarbeiten, wie Banken, Sparkassen, Versicherungen und andere Finanzdienstleister ihren Beitrag zum Gemeinwohl bzw. ihren „Social Impact“ sehen und auf welche Weise sie das Thema in der Kommunikation aufgreifen, meist unter dem Etikett „Nachhaltigkeit“. Viele Initiativen oder markige Sprüche stellen sich bei näherer Betrachtung leider als blanke Lippenbekenntnisse oder fadenscheinige Alibi-Aktionen heraus. Dass es auch anders geht, zeigen Unternehmen wie die erfolgreiche Umweltbank – deren Kommunikationsleiter schrieb mir: „Das Thema ‚Social Value‘ wird bei uns auf ganzer Linie gelebt“, und konnte das dann auch nachhaltig mit handfesten Fakten untermauern.