Schlagwort-Archive: Musik

Unternehmen zum Klingen bringen

unternehmensmusikMit einer Kollegin unterhielt ich mich gestern über Musik in der Unternehmenskommunikation. Nach meinem Dafürhalten gibt es hier noch viel zu viel Brachland. Zwar haben die meisten in der PR schon einmal etwas von akustischer Markenführung gehört, aber im Regelfall sind ein wenig Hintergrundmusik im Image-Video und die Live-Band beim Mitarbeiterfest schon das Höchste der Gefühle. Dabei tun sich einzigartige Weiterlesen

Botschaft des schönen Scheins

WeAreTheBoys_DDB„New Kids On The Block, Take That, Backstreetboys, One Direction …
waren gestern – heute sind es die Boygroup Boys!“, heißt es von meinen früheren DDB-Kollegen aus Düsseldorf zu ihrer handwerklich ausgesprochen gut gemachten und auf Youtube auch schon recht fleißig aufgerufenen Boy-Band-Video-Parodie „We are the boys“. Der „Business-Punk“ schreibt, hier finde man „alle, aber wirklich alle Boyband-Klischees in einem Clip“, und Weiterlesen

Feuer für die Marke

dnjsfrwo15uzcDavon träumen die meisten Markenkommunikatoren: Kunden, die nicht nur bereitwillig als Markenbotschafter durch die Lande ziehen, sondern auch noch dafür bezahlen, als Werbefläche und -multiplikator zu dienen. Dabei ist das gar nicht so selten, zumindest bei Marken mit echten Fans, wie im Sport oder in der Musik. Mein persönliches Highlight war der Empfang meines persönlichen, zertifizierten Exemplars der „Specially limited edition“ des neuen Albums „Fire Music“ des Kanadiers Danko Jones mit seiner gleichnamigen „Garage-Blues-Rock-Band“. Mitte November 2014 war das Album mit einer Vorabveröffentlichung des Liedes „Gonna be a fight tonight“ angekündigt worden – ein paar Minuten später hatte ich eine von weltweit 1.000 Sonderausgaben bestellt. Die kam jetzt in einer edlen, geprägten Metallschatulle samt CD, zwei Bonusliedern, Autogrammkarte, Mütze sowie Stofftüte mit Bandnamen und natürlich Echtheitszertifikat.

Jetzt könnte ich an dieser Stelle über die wichtigsten Empfehlungen zur Kundenbindung oder speziell zu Sondereditionen schreiben, aber das überlasse ich diesmal anderen und gebe mich der Vorfreude auf das Konzert in München am 26. März mit dem sympathischen und auf der Bühne umwerfenden „hardest working man in rock ’n’ roll business“ im „Backstage“ hin. Ich bin längst Feuer und Flamme.

Freude vor großer Kulisse

atpgamn14ztrcSo richtig weihnachtlich warm ums Herz konnte einem gestern am Münchner Max-Joseph-Platz zwischen Opernhaus, Residenz und Fußgängerzone werden: Zwischen 12 und 25.000 Menschen kamen zusammen, um angesichts der meist furchtbar dumpfen „Pegida“-Umtriebe für Toleranz und Menschlichkeit zu demonstrieren. Selbst die Polizei sprach laut „Süddeutscher Zeitung“ von einem „sehr starken Zeichen für die Integration von Flüchtlingen und die Humanität in unserer Gesellschaft“. Als Beispiel für ein in kürzester Zeit aus dem Boden gestampftes Großereignis mit etlichen Rednern, Musikern und Kabarettisten von den Sportfreunden Stiller über Konstantin Wecker und Kofelgschroa bis Michael Mittermeier war die Veranstaltung auch aus beruflicher Sicht ziemlich beeindruckend. Geradezu umwerfend fand ich den Beitrag der Bayerischen Staatsoper: Durch die geöffneten Türen des illuminierten, klassizistischen Nationaltheaters schallte Beethovens „Freude, schöner Götterfunken“ über den Platz. Frohe Weihnachten!

Alle wollen Lemmy

mtrhd14uiztfvkjDas diesjährige Motörhead-Konzert in München hat wieder großen Spaß gemacht. „Everything louder than everything else“ halt. Aber auch aus professioneller Sicht ist Lemmy Kilmisters Truppe ein Phänomen: Kaum irgendwo sonst trifft man so viele Menschen, die sich ganz offensichtlich so weit entfernt von ihren sonstigen Lebensstilen bewegen – als staunende, oft auch ein bisschen verängstigte Fremde auf unbekanntem Terrain. Längst ist das lautstarke Trio eine der großen Marken in der Musikwelt, wohl nur vergleichbar mit den Rolling Stones. Und anders als bei den Stones würde bei Motörhead wohl niemand das Gefühl haben, „Rockstars als Geschäftsleuten, die eine Marke zu verkaufen haben“, zu begegnen – „aufgebraucht die Illusion, dass Rockmusik etwas anderes sein könnte als ein Arrangement mit dem Ruhm und dem Reichtum“, wie es beim MDR heißt.

Lemmy wirkt immer noch unverfälscht und echt. Er selbst nennt sich nach jahrzehntelangem Drogenkonsum „toxisch„, und das würden viele auf seinen kompletten Lebenswandel beziehen. Er sammelt Nazi-Memorabilia, trägt meist eine Kette mit Eisernem Kreuz und hält gerne mal einen Plausch über Hitler und den Blitzkrieg. Dem gängigen Schönheitsideal entspricht er ohnehin nicht. Im Grunde ein Antiheld, und der Alptraum jedes Imageberaters. Trotzdem ziert Motörheads berühmtes verchromtes Wildschwein mit Pickelhaube – „das Kriegsschwein, top-aggressiv, kettenbehangen“ – Baby-Bodies, Hundehalsbänder oder Kochschürzen ebenso wie die T-Shirts erfolgreicher Werber. Auch meine „Sechziger“ wollen sich am legendären Heavy-Rock-Dreier ein Vorbild nehmen.

Das „böse Ö“ im Namen der Band mit der „besten Begrüßungsfloskel ever (‚We are Motörhead and we play Rock’n’Roll‘)“ ist genretypisch. Es gibt heute alles mögliche von und mit Motörhead: Wein, Skateboards oder auch Kopfhörer. Die Band taucht überall auf, wahllos, inflationär, und dennoch unverbraucht. Selbst jede Menge Intellektuelle tummen sich auf Motörhead-Konzerten – Lemmy hat eine Erklärung dafür: „Sie kommen nicht wegen der Musik, sie leihen sich einen Teil meiner Haltung. Runter in den Krach, den Schmutz, den Krieg, weil ihre Gedanken so hochtrabend sind.“ Könnte stimmen, Herr Kilmister!

Musik für den Anhänger

schzgled14jhgvNach „Gaucho-Gate“ und „Schweinis Schmähgesang“ sind Lieder im Fußball gerade ein Thema in den Medien. Da trifft es sich gut, dass mein Lieblingsverein „Sechzig“ mit einer neuen „Fanhymne“ am Start ist. Und siehe da: Das außergewöhnliche „Für immer weiß und blau“ ist handwerklich ausgesprochen gut gemacht (sogar anspruchsvolle Tempowechsel sind enthalten) und taugt insgesamt eher zum gelungenen Gegenbeispiel. Auch die gewitzte kleine „Ü-Kampagne“ des Vereins in den Sozialen Medien im Vorfeld darf als Erfolg gelten. Initiiert und komponiert wurde das „Löwenlied“ übrigens von Christian Maier von „Da Huawa, da Meier und I“ und sei „nicht zum Anheizen während des Spiels gedacht, sondern für den Moment davor, um nochmals in sich zu gehen“. Da kann ich den nächsten Stadionbesuch kaum erwarten, wenn unsere Kurve vor dem Anpfiff „wie ein riesiger Hummel- oder Wespenschwarm“ klingt.

Drama auf der Tonspur

dsbarnep14kljbDas „Bauernepos„, ein schrilles und sehr schräges Singspiel mit Anleihen aus bayerischem Volkstheater und großer Opernbühne, hat mir im Münchner Theater Drehleier in Sachen „Storytelling“ mal wieder die Wirkung von Zuspitzung und Überzeichnung vor Augen geführt. Im Stile einer Groteske servieren einem vier singende Schauspieler und ein immerhin achtköpfiges Kammerorchester eine wilde Mischung aus derbster Komik und nuanciertem Mienenspiel, groben Texten und feiner Musik sowie allzu menschlicher Niedertracht und göttlichem Beistand. Kein Wunder, dass Jochen Eichner die „musikalische Farce“ im Bayerischen Rundfunk schlicht „bizarr“ nennt. In der „Süddeutschen Zeitung“ war von „absurder Melange“ die Rede. Gerade im enthemmten „Mash-up“-Stil entfalten die Zerrbilder und Gegensätze ihre Kraft. Wer Zuhörer fesseln will, findet hier ein bewährtes Muster.

Großes Kino mit Alleskönner

ameskt14ikjbdMeine Arbeit bereitet mit oft große Freude. Zudem lässt sie mich in einer Art Nebeneffekt immer mal wieder wundervollen Menschen begegnen, die mich mit ihrer Persönlichkeit oder ihren Fähigkeiten zutiefst bewegen. Bei Hollywood-Altstar Armin Mueller-Stahl weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Seine Filme von „Night on earth“ bis „Illuminati“ kennt fast jeder. Gestern durfte ich ihn beim Konzert in Ottobrunn mit seiner exzellenten Band (Günther Fischer, Tobias Morgenstern und Tom Götze) dann als Geiger und bezaubernden Geschichtenerzähler unter dem Motto „Es gibt Tage …“ erleben, und heute beginnt seine Kunstausstellung mit Grafiken und Gemälden bei der Galerie Kersten in Brunnthal. „Wer immer nur funktioniert, entzieht sich dem Abenteuer des Lebens“, hat Mueller-Stahl einmal gesagt. In diesen Tagen lässt mich das charismatische Multitalent einmal mehr erfahren, wie facettenreich und doch „rund“ dieses Abenteuer sein kann.

Agentur klingt gut

ledsrvpl14uzihcvEin durchaus ansprechendes Lied, von der eigenen Band versiert vorgetragen (sogar mit technisch anspruchsvollem Riff), in sehr gelungener Verpackung – rundum überzeugen kann mich die rührende musikalische LiebeserklärungThere’s no we without you“ an die Mitarbeiter der Münchner Agenturgruppe Serviceplan. Die „W&V“ bringt ein paar Hintergründe zu dem von Senior-Texter Tommy Schmidt (siehe Bildchen links) komponierten und gesungenen Rock-Stück – der „Joe Cocker der Agenturbranche“ ist studierter Musiker und versteht was von seinem Fach. Auch das aufwändig hausgemachte Video kommt gut bei mir an, obgleich die vielen Ausschnitte mit Agenturmitarbeitern fast durchgehend banal, wenig inspiriert und manchmal ein bisschen „Panne“ sind.

Man kann das Ganze für verlogene Eigen-PR oder gar einen Anlass zum Fremdschämen halten, wie es einige der Kommentatoren bei der „W&V“ tun. Bei so viel Passion, Kreativität und handwerklichem Können überwiegt bei mir jedoch ganz eindeutig das Positive.