Schlagwort-Archive: Kunst

Lehrreicher Affentanz

„Aus Filmen lernen heißt fürs Leben lernen“, titelte einmal die „Welt“. Wie wohl die meisten Menschen gehe ich in erster Linie ins Kino, um gut unterhalten zu werden. Nebenbei erhoffe ich mir thematische Anregungen und kreative Inspiration, auch für meinen Beruf. Kaum ein Streifen hat mich zuletzt mehr bewegt als „The Square“ (siehe Ausschnitt aus der Vorschau), der streckenweise das Zeug zum Lehrfilm für Kommunikation hat. Die vielfach Weiterlesen

Wenn du wüsstest, wie schön sie da singt

„Es menschelt im Abgrund“, übertitelte Hans Czerny seine Kritik zu dem wunderbar berührenden Film „Wenn du wüsstest, wie schön es hier ist“, einer wahren Perle unter Österreichs Regionalkrimis, wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ meint. In dem tiefgründigen Arte-und-ORF-Streifen von Andreas Prochaska ist mir neben dem grandiosen Hauptdarsteller Gerhard Liebmann vor allem die Schauspielerin Ines Honsel aufgefallen, die seit 2011 in München Weiterlesen

Gebildete Botschaft mal vier

grafische geschichtenAuch im Beruf sind Gestaltung und Grafik Steckenpferde von mir. In den vergangenen Monaten haben mich vier ganz verschiedene Ausprägungen visueller Kommunikation besonders beschäftigt. Gerade in ihrer Unterschiedlichkeit den vielen Gemeinsamkeiten zum Trotz faszinieren sie mich. Im September besuchte ich auf Sardinien das frühere „Banditennest“ Orgosolo mit seinen unvergleichlichen, meist politischen oder Weiterlesen

Gemalt in den Wortschatz

deixEiner meiner Lieblingskarikaturisten ist tot: Manfred Deix. Laut „Spiegel“ wurde er vor allem mit „drastischen gemalten und gezeichneten Zeitkommentaren“ bekannt und gewährte in seinen Bildern „schonungs- und kompromisslos Einblicke in die Abgründe des modernen Lebens“. Seine „befremdlich realistischen“, stets unverkennbaren Werke waren verzerrt, für manche oft auch ekelerregend, im besten Sinne schräg, fies, aber nie Weiterlesen

Öffentliche Sache mit Frankenbezug

crswnk16durSchon innerhalb unseres Studiengangs Politologie im wunderbaren Bamberg in Oberfranken war er einer der diskussionsfreudigsten Kommilitonen, jetzt ist er nach einer Art Management-Buy-out gemeinsam mit seinem Kompagnon Alexander Marguier unter die Verleger gegangen und ist Herausgeber des Politmagazins „Cicero“ sowie der Kunstzeitschrift „Monopol“: Christoph Schwennicke. Ich wünsche ihm alles Gute mit seinem Weiterlesen

Paradiesische Wiedergeburt

Hieronymus BoschZum 500. Todestag ist derzeit im niederländischen ’s Herogenbosch (Den Bosch), die „größte Hieronymus-Bosch-Ausstellung aller Zeiten“ zu bestaunen. Der geniale Renaissance-Maler Bosch, eigentlich Jheronimus van Aken (1450-1516), schuf mit blühender Phantasie und größter Kunstfertigkeit irrwitzige Bilder voller Symbolik und herrlich seltsamer Rätsel. Ein weltberühmtes Werk fehlt jedoch in der Ausstellung Weiterlesen

Zeichen hoch hinaus

DasHochhaus_MSH16dfdDie „Zeit“ schreibt über „102 Etagen Leben“, hier verbinde die Zeichnerin Katharina Greve „die pointierte Unmittelbarkeit des Einbildwitzes auf erfrischende Weise mit dem Potenzial der längeren Bilderzählung“ und werde mit einiger Gewissheit „die Grenzen der Kunstform formal erweitern“. Das mag ein wenig gestelzt und überhoben klingen, dürfte dem „digitalen Comic-Bauprojekt“ mit einem Woche für Woche wachsenden „HOCHHAUS“ und den bislang klugen und sehenswerten Momentaufnahmen aus dem Leben der Hausbewohner in „fast technisch anmutendem Zeichenstil“ aber gerecht werden. Ich werde der ebenso kreativen wie anregenden, detailverliebten Baustelle eines „üppigen, collageartigen Hausromans“, wie es in der „Berliner Morgenpost“ heißt, bis zur geplanten Fertigstellung im September 2017 bestimmt noch einige Besuche abstatten.

Plakativer Störer

frtlplkkt15euioKunstvoller Protest im öffentlichen Raum – auch in München hat es die Aktion eines anonymen Schöpfers, der sich „Dies Irae“ nennt, gegen die Fremdenhassschreihälse im sächsischen Freital in die Schlagzeilen geschafft, zum Beispiel die der „Süddeutschen Zeitung“ und der „Abendzeitung“. Dort wird das Ganze so beschrieben: „In einer Nacht-und-Nebel-Aktion wurden die klassischen Plakatwände an Bushaltestellen und Gebäuden mit Anti-Nazi-Plakaten überklebt.“ Das sogenannte Adbusting im Süden Dresdens, bei dem Außenwerbung gezielt verändert oder in gegenteilige Botschaften verkehrt wird, setzt auf Witz, Wortspiele und klugen Spott. Wahrlich nicht die erste „Intervention“ des Künstlers oder Künstlerkollektivs „Tag des Zorns“, wie man auf Facebook sehen kann, aber bestimmt die bislang wirkungsvollste.

Kunstvolle Bilderwelt

phsmehp15uzcEinen schön ausgiebigen Rundumbeitrag bringt die „Zeit“ zum 25-jährigen Photoshop-Jubiläum und den Einfluss des vielgenutzten Bildbearbeitungsprogramms auf die sogenannte Netzkultur. Der Bogen spannt sich von mehr oder minder hoher Kunst über „Schwindel und Täuschungen“ samt einer anhaltenden „Realitätsverweigerung“ bis zur Missgeschicke feiernden „Fail“-Kultur. Internet kann durchaus bilden, und bebildern erst recht.

Tag und Nacht im Bilde

EBVci14kjhvgDie „Süddeutsche Zeitung“ berichtet über das ausgefallene Fotoprojekt „Day to Night“ von Stephen Wilkes , das uns einen kompletten Tag an Orten wie dem vergnüglichen „Luna Park“ in Coney Island in New York City (ich denke mit wohligem Schauer an meine Fahrt mit dem legendären „Cyclone“ zurück) auf nur einem Bild zeigt. Der bekannte Fotoartist wolle damit „an die Grenzen dessen gehen, was ein Foto sein kann“ und versuche „nichts weniger, als den Lauf der Zeit auf einen Blick erfahrbar zu machen“. Ich finde diesen Grenzbereich von Paris bis Jerusalem ästethisch wie fototechnisch ganz großartig und freue mich auf Wilkes‘ nächste Kompositionen.