Schlagwort-Archive: Kundenkommunikation

Aktiv gewählte Manipulation

Vor einigen Wochen machten „betrügerische Bettelmönche“ in München von sich reden – die vermeintlichen frommen Männer aus Nepal oder Tibet entpuppten sich als Spitzbuben aus China. In Haidhausen sprachen zwei von ihnen damals auch mich an. Dabei wandten sie neben einer ganzen Reihe an mehr oder minder dreisten kommunikativen Kniffen auch einen altbekannten und dennoch wirkungsvollen Trick an: die Standardoption. Weiterlesen

Ghost in the machine

Watson von IBMIn diesen Tagen wirbt IBM rund um die Computermesse CeBit massiv für „Watson“, derzeit wohl das Nonplusultra im Bereich Künstlicher Intelligenz. Unter dem Stichwort „Outthink“ wird das „kognitive Zeitalter“ eingeläutet, vielfach allerdings noch unter dem Schleier der Geheimhaltung. Dabei geht es, wenn man so will, um den nächsten Schritt nach der Digitalisierung – so etwas wie „vernetzte Intelligenz“ als „eine neue Generation Weiterlesen

Im Kunden um sich selbst kreisen

mptvrkf15updEin vermeintlich ehernes Gesetz erfolgreicher Kunden- und Verkaufskommunikation erhält Kratzer: Das Fachmagazin „Wirtschaftspsychologie aktuell“ berichtet von der vierteiligen Experimentenreihe einer Forschergruppe rund um den britischen Marketingprofessor Johannes Hattula, nach denen „Marketingfachleute zu sehr auf ihre eigenen Bedürfnisse hörten, wenn sie sich in Kunden hineinversetzten“, weil die gebetsmühlenhaft geforderte Empathie für Kunden „wider Erwarten egozentrisch“ mache. Wenn wir versuchen, mit dem Gegenüber zu fühlen, kommen zunächst offenbar vor allem unsere eigenen Gefühle zum Tragen. Besser sei es, sich auf Marktdaten sowie Wissen über „Vorlieben, Bedürfnisse und Einstellungen der Kunden“ zu verlassen. Hier passt eine Lichtenberg-Erkenntnis, nach der „starke Empfindungen, deren sich so viele rühmen,“ generell häufig leider nur „die Folge eines Verfalls der Verstandeskräfte“ sind.

Digital in Stellung gehen

brsuptz15djlDer „PR Report“ berichtet vom frisch aufgelegten „Deutschen Markenreport Spezial 2015“ aus dem Hause Brandoffice in Zusammenarbeit mit der „Absatzwirtschaft„. Deutschlands Marken stünden wegen der fortschreitenden Digitalisierung unter enormem Anpassungsdruck und letztlich dem Zwang zur systematischen Neupositionierung. Jedes zweite Unternehmen überarbeite sein Geschäftsmodell und knapp zwei Drittel ändere zumindest das Sortiment. Immerhin eine von vier Marken definiere sogar „ihre Markenwerte neu“. Parallel dazu setzten die Markenentscheider meist auf einen verbesserten Kundendialog. Derzeit klaffe bei der „durchgängigen Qualität des persönlichen Dialogs mit der Zielgruppe“ eine „große Lücke zwischen Anspruch und Realität“. Kunde, wir müssen reden.

Siegel ohne Substanz

Vrsigt14oubAls Kaufsignal sind sie kaum zu ersetzen, aber ihr Gehalt geht nicht selten gegen null: Siegel für Produkte und Anbieter. Einen lesenswerten Beitrag des Handels- und Medienexperten Peer Schader zu den schier unzähligen Güte-, Sympathie- und Wasauchimmersiegeln hält „Krautreporter“ unter der vielsagenden Überschrift „Großflächig versiegelt“ bereit. Danach kürt die „Empfehlungsindustrie“ vom beliebtesten Obsthändler über die innovativste Telko-Marke in der Kategorie Geschäftsbrieffrankierung bis zum fairsten Deoroller Deutschlands laufend neue Sieger, ohne das wir Kunden etwas davon hätten. In der Tat sind in vielen Fällen die Geschäftsmodelle der verleihenden Einrichtung offenbar ebenso fragwürdig wie die Befragungsmethoden und Auswertungsschlüssel. Kurzum: Nicht jedes Siegel sollte ein Signal zum Kauf sein.

Bedingt filmreif

ovrafm14jhbvDer Versandhändler Otto schenkt Kunden zum Geburtstag nicht nur einen Minigutschein über 5,95 Euro, sondern auch einen, wie es heißt, „persönlichen Geburtstagsfilm, den wir nur für Sie gedreht haben“. Naja, so ganz stimmt das freilich nicht, schließlich wird lediglich der Vorname des Kunden per Internetprogramm ein paar Mal in einen fertigen Film montiert, bei dem man quasi zur eigenen Feier gefahren wird und dabei personalisierte Schilder wie „Alles Liebe“ oder „Herzlichen Glückwunsch“ passiert. Man hat das schon besser und vor allem erheblich liebevoller gesehen (zum Beispiel beim legendären und extrem erfolgreichen „Hero“ für das schwedische GEZ-Pendant), aber eine kleine Freude dürfte der Hamburger Einzelhandelskonzern seinen Kunden damit doch machen. Nett.

Zurückhaltend ans Ziel

lnz8nztelNutzloses Werbe-Blabla oder langweilige Beiträge Marke Hofberichterstattung in mehr oder weniger edler Aufmachung – so sehen Kritiker nach wie vor die meisten Kundenpublikationen. Dass es auch anders geht, beweist laut aktueller Blattkritik im „PR Report“ die Allianz mit ihrem Kundenmagazin „1890„, das in einer Auflage von 500.000 gedruckt und zusätzlich online veröffentlicht wird. Das unaufdringliche Medium könne rundum überzeugen: „das Journalistische, die faktenreiche Reportage, der pointierte Kommentar“ und „die bildstarke Fotostrecke bis hin zu sympathisch Skurrilem“. Rupert Sommers Fazit: „ein Magazin, dessen Lektüre Spaß macht und Erkenntnis bringt“.  Wirklich gut gemacht, Allianz!

Der Geschmack des Publikums

Ein Fest für Hamburger-Fans – und viel Arbeit für Heye und PR!NT: Deutschlands größte, jährliche Crowdsourcing-Aktion, „Mein Burger“ von McDonald’s, geht für dieses Jahr in ihre Schlussphase! Jetzt wurden in München von einer Jury mit Rap-Urgestein Moses Pelham als prominentem Mitglied die fünf Sieger unter den mehr als 200.000 Rezeptvorschlägen gekürt. Mit dem „Mc Börgerding“ wurde dabei zum ersten Mal auch eine vegetarische Kreation ausgewählt.

Die Gewinner werden im Sommer jeweils für kurze Zeit deutschlandweit in den 1.440 Restaurants mit dem Goldenen M zu haben sein. Wohl bekomm’s …