Schlagwort-Archive: Körpersprache

Lehrreicher Affentanz

„Aus Filmen lernen heißt fürs Leben lernen“, titelte einmal die „Welt“. Wie wohl die meisten Menschen gehe ich in erster Linie ins Kino, um gut unterhalten zu werden. Nebenbei erhoffe ich mir thematische Anregungen und kreative Inspiration, auch für meinen Beruf. Kaum ein Streifen hat mich zuletzt mehr bewegt als „The Square“ (siehe Ausschnitt aus der Vorschau), der streckenweise das Zeug zum Lehrfilm für Kommunikation hat. Die vielfach Weiterlesen

Selbst ist das Marketing online

„Alles so schön bunt hier“, könnte das Beitragsbildchen links signalisieren. Und für einen kurzen Bericht vom Selbstmarketing-Online-Kongress passt genau das meines Erachtens ganz gut. Eine Kollegin hatte mich zur Teilnahme an dem Kongress zur systematischen Vermarktung der eigenen Person eingeladen, der bis morgen Abend läuft und komplett online stattfindet. Motto: „Gehe selbstsicher auf die Bühne deines Weiterlesen

Psychologischer Dämpfer

siegerposePsychologische Aspekte der Kommunikation sind eines meiner Steckenpferde. Dass vermeintliche Erfolgsgeheimnisse gelegentlich leider wissenschaftlich auf Sand gebaut sind, zeigt einmal mehr der Beitrag „Die sieben Mythen der Psychologie“ in der heutigen „Süddeutschen Zeitung“. Selbst einige der „plausibelsten Erkenntnisse, die wir so gerne glauben, lassen sich oft nicht bestätigen“. Das bedeutete zwar nicht, dass Weiterlesen

Wäre doch gelacht

AngelachtFür den Arzt, Priester und Dichter Angelus Silesius war die Sache glasklar: „Dumme grinsen, Narren lachen, aber Weise lächeln.“ Nicht umsonst strahlen uns unzählige Gesichter auf Fotos oder in der Werbung unermüdlich lächelnd an. In den meisten Fällen ist daran wohl auch nichts auszusetzen, aber die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet von einer neuen internationalen Studie, nach der wir die Angelegenheit etwas differenzierter Weiterlesen

Coaching für Redner

SprechermarkenZum gestrigen vierteljährlichen Stammtisch der Regionalgruppe Bayern des Verbands der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) in der Münchner Innenstadt hatten wir mit Antje Nicolai erstmals eine Gastreferentin eingeladen – und durften gleich einen kleinen Teilnehmerrekord verzeichnen. Die erfahrene Sprecherin von Audio- sowie Film- und Fernsehproduktionen hat sich in den vergangenen Jahren zum gefragten Sprech- und Redencoach entwickelt. Während sich der klassische Redenschreiber ganz auf das Manuskript und somit den Redentext konzentriert, nimmt sich das Coaching des gesamten Auftritts sowie der sprachlichen Aspekte von Betonung über Sprechrhythmus bis Körpersprache an. Dabei werden je nach Bedarf auch Schulungs- und Trainingselemente integriert. François VI. Herzog de La Rochefoucauld, einer der bedeutendsten sogenannten Moralisten, hat wahre Redekunst nicht umsonst so beschrieben: „Da ist oft ebensoviel Beredsamkeit im Ton der Stimme, in den Augen und in der ganzen Atmosphäre, die ein Redner um sich verbreitet, wie in der Wahl seiner Worte.“

Fehlpässe und amateurhaftes Stellungsspiel

bstgldfb15rddFlankiert von der „Bild“ wollte der Deutsche Fußball-Bund, immerhin der größte Sport-Fachverband der Welt, gestern per Pressekonferenz die Wogen nach den schweren Vorwürfen des „Spiegels“ rund um das sogenannte „Sommermärchen“ glätten – das ist jetzt eher nicht so ganz geglückt. Die „Süddeutsche“ schreibt von einer Geschichte, die „nach Straftaten und Organisierter Kriminalität klingt“. Die „Zeit“ wertet den „geplanten Befreiungsschlag“ Wolfgang Niersbachs als „Peinlichkeit“ und erlebt den DFB als „die Karikatur eines Sportverbands“. Am Ende stellten „sich mehr Fragen als vorher“. Geradezu ein Fest ist Niersbachs Auftritt auch in Sachen Körpersprache und Mimik. Der „Gesichterleser“ Dirk Eilert erläutert in einem Beitrag für „DRadio Wissen“ die „extrem vielen Signale von Stress, Sorge, Unsicherheit und auch Geringschätzung“ beim medienerfahrenen DFB-Präsidenten. Selbst Laien dürften wenig Schwierigkeiten haben, den Auftritt recht eindeutig als „Grottenkick“ einzustufen.

Gefühle gesichtet

mmkgstr15eijhnbNoch ist die menschliche Gefühlswelt mit vielen ungelösten Rätseln verbunden. Wegen der immensen Bedeutung für unser Leben ist der Umgang mit Emotionen allerdings mindestens genauso wichtig wie schwierig. Dabei hat sich die Wissenschaft auf höchstens acht sogenannte Basisemotionen geeinigt: Furcht/Panik, Zorn/Wut, Freude/Ekstase, Traurigkeit/Kummer, Akzeptanz/Vertrauen, Ekel/Abscheu, Überraschung/Erstaunen sowie Neugierde/Erwartung. Über die Mimik sind diese Gefühlsregungen uns Menschen gewissermaßen ins Gesicht geschrieben. „Der Freitag“ berichtet jetzt von einer Studie aus Österreich, nach der es hierbei „deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt“ und „auch die angebliche Position in der beruflichen Hierarchie“ unsere Wahrnehmung stark beeinflusst.

Die Erklärungsversuche klingen überzeugend: Zum einen kalkuliere der Betrachter ein, dass „Menschen nicht einfach nur ihren Emotionen Ausdruck verleihen, sondern auch Strategien verfolgen“, und die wären bei Männern eben „öfter konfrontativ“ und bei Frauen „häufiger vermittelnd“. In anderen Worten: „Wir erwarten den Ausdruck von Ärger ganz einfach eher von einem männlichen als von einer weiblichen Vorgesetzten“, wie „Der Standard“ einen der Studienleiter zitiert. Zum anderen sei denkbar, dass wir bei vermeintlich höher gestellten Personen schlicht etwas genauer hinsähen, und daher auch überdurchschnittlich oft mit unserer Deutung richtig lägen. Einmal mehr: Ansichtssache!

Körperfunktion mal anders

kresrhemhtErfahrene Trainer raten zu Vorsicht bei der Verbesserung der eigenen Körpersprache – nur allzu leicht wirkt das Verhalten aufgesetzt und geht der Schuss nach hinten los. In jedem Fall aber hilft es, sich Körpersprache bewusst zu machen und ihre Grundlagen zu kennen – bei einem selbst und beim Gegenüber. Zu einem schönen Video-Exkurs zur „Körpersprache der Macht“ lädt uns jetzt die „Zeit“ mit dem Berliner Medien- und Kommunikationstrainer Christian Schmid-Egger. Vorteile habe die „dominante Körpersprache vor allem in Verhandlungs- und Konfliktsituationen„, lesen wir. Viel schöner hat das Christian Morgenstern ausgedrückt: „Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.“ Letztlich trifft das auch auf den Spitzenmanager zu.