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Dekadente Club-PR

Den inzwischen inflationär vorhandenen Fotos nach zu urteilen, ist er vor allem kaum an Geschmacklosigkeit zu überbieten. Seine Grundidee und die kommunikative Aufmachung fand ich dermaßen absurd, dass ich auf kreative Gentrifizierungs- und Kapitalismuskritik im Stile der satirischen Münchner Initiative Goldgrund tippte. Offenbar lag ich da falsch. Der Club, den die „Bild“ als „Prunk-Paradies der reichen Männer“ unter der Rubrik Weiterlesen

Bild auf dem Gipfel

gtsbnft15mkpDie teuerste PR-Veranstaltung aller Zeiten? Oder doch das erfolgreichste Pressefoto ever? So oder so haben Medienarbeiter und Journalisten im Nachgang zum G7-Gipfel auf Schloss Elmau viel zu analysieren und diskutieren. Unumstritten ist: Das schon jetzt legendäre Foto mit Merkel und Obama im vermeintlich entspannten Plausch vor imposanten Bergen hat es weltweit auf unzählige Titel- und Startseiten geschafft. „Die politischen Ikonen der Moderne geben sich ganz ‚down to earth'“, erläutert Ulrich Schulte in der „taz„. Von den arrangierten Gipfelfotos werde Merkel wohl „noch lange zehren“. Klingt nach einem echten Coup. Der britische „Guardian“ schreibt denn auch von einer „gut geölten PR-Maschine“. Alles aber sei „gelenkte Berichterstattung„, heißt es beim Medienmagazin „Zapp“ – anstelle von Informationen habe es lediglich „schöne Bilder in Alpenkulisse“ gegeben. Auch für „Heute“ kritisiert Christoph Hartung eine „inszenierte Welt“. Es sei lediglich um eine „gute Show“ gegangen. „Nichts an dem, was wir sehen, ist wirklich echt – Politik und Marketing feiern Party.“ Noch weiter geht der Philosoph und Publizist Florian Rötzer auf „Telepolis„: Die „Inszenierung des Elmau-Events“ habe „alle Schamlosigkeit durchbrochen“. Ich für meinen Teil habe noch kein endgültiges Urteil gefällt – in Abwandlung eines Lessing-Zitats will ich sagen: Treffen von Spitzenpolitikern sind nicht immer, was sie scheinen, aber selten etwas Besseres.