Schlagwort-Archive: Geschichte

Abschied von der gelben Kompassnadel

Daran muss ich mich erst noch gewöhnen: Die Anfang März 1995 von Michael Bürker und mir voller Tatendrang und Zuversicht im Münchner Stadtteil Altperlach eröffnete ComMenDo Agentur für Unternehmenskommunikation verschwindet nach beinahe 22 Jahren als eigenständige Marke vom Markt – die feine, kleine Agentur mit dem auffälligen Logo in Signalgelb wird ein Teil der Münchner Script Consult GmbH. Auch wenn Weiterlesen

Redekunst aus dem alten Rom

vrds Professor JankaWeit mehr als zweitausend Jahre sind vergangen seit seiner Ermordung im Jahr 43 v. Chr., und dennoch beeinflusst und befruchtet er die Rhetorik in Theorie und Praxis bis heute: Marcus Tullius Cicero, eine der bekanntesten und vielseitigsten Persönlichkeiten der römischen Antike und vor allem so etwas wie der Ahnherr der wissenschaftlich betriebenen Redekunst. Beim gestrigen Stammtisch der Regionalgruppe Bayern Weiterlesen

Altehrwürdige Zielgruppenansprache

Historische Anzeigen aus MünchenLaut Eigenauskunft will das kostenlos erhältliche „Auer/Haidhauser Journal“ in jeder der jährlich vier Ausgaben „über bemerkenswerte Details“ aus und zu den beiden Münchner Stadtteilen berichten und „interessante Geschichten erzählen, die nicht in Vergessenheit geraten sollten“. Das gelingt den Blattmachern durchaus. So erfuhr ich dank dem kleinen, liebevoll gemachten Heft, dass mit dem berühmten „Bugatti Royale Cabriolet“ in den Weiterlesen

Sprache aus dem Schneider

wlsndrntr15uukVor schon fast einer Woche brachte der „Spiegel“ ein von beiden Seiten herrlich forsch geführtes Interview mit der 89-jährigen „Journalistenlegende“ und Deutsch-Koryphäe Wolf Schneider. Dieser Mann hat neben viel Sachkenntnis und Sprachgefühl eben auch jede Menge Chuzpe. So habe er seine „Rolle als Zuchtmeister“ bei der Ausbildung des Nachwuchses an der Henri-Nannen-Journalistenschule „als gut erträgliche Nebenwirkung in Kauf genommen“. Er und Nannen? Nun, „zwei arrogante Pinsel, die einander respektierten“. Computer? So langsam wie die könne er gar nicht arbeiten. Ruhestand? Von wegen, wo er doch „für erstaunliche Mengen Geld vor teuer bezahlten Öffentlichkeitsarbeitern“ auftreten habe können. Das unterhaltsame Gespräch lässt uns zudem an Schneiders Blick auf das Dritte Reich und die Achtundsechziger teilhaben – nicht immer widerspruchsfrei nachzuvollziehen, aber stets einen Gedanken wert. Besten Dank, Herr Schneider!

Ganz schnell jeck

tlomso15trxIch geb’s ja zu: In Sachen Fasching respektive Karneval dürften die Kölner uns Bayern voraus sein. Mit dem neuen Telekom-Spot „Familie Heins bei der Weiberfastnacht“ glänzt das Rheinland jetzt aber auch in der Fernsehwerbung mit Höchstgeschwindigkeit. Laut „Horizont„-Bericht wurde der unterhaltsame Kurzfilm rund um den leicht schrägen „Onkel Push“ zum Spot erst gestern vormittag direkt im Kölner Karnevalstrubel aufgenommen, in Windeseile geschnitten und bereits abends um 19 Uhr zum ersten Mal gesendet. Schneller wäre dann schon fast live. Längst in Vorbereitung? „Stay Erdnussbutter“, würde der von DDB eingeführte Multichannel-Onkel der Telekom vielleicht antworten.

Auf den Punkt genial

stshidgn14uzhvf„Als hätte jemand einen Wodka-Mix getrunken und ins Stadion gekotzt„, zitiert die „Horizont“ die vernichtende Kritik des britischen „Guardians“ an den Olympia-Anzügen der deutschen Mannschaft in Sotschi und bringt einen ebenfalls wenig schmeichelhaften Kommentar des ADC-Präsidiumssprechers Stephan Vogel. Der wiederum erinnert an den legendären Designer Otl Aicher, der mit so herausragenden Arbeiten wie den genial reduzierten Sportarten-Piktogrammen zum großen Erfolg der Olympischen Spiele in München 1972 beigetragen hatte und ehrfürchtig „Vater des geometrisierten Menschen“ genannt wird. „Otl Aicher war […] in der Lage, selbst den Impuls des Kleingeistigen und Provinziellen in ein akzeptables ästhetisches Format zu bringen“, schreibt Vogel. Und Kleingeistiges und Provinzielles gibt es leider auch rund um Sotschi zuhauf.