Schlagwort-Archive: Evaluation

Gezielt nach Zahlen

wbsbfrg16udfBereits seit Mitte Dezember letzten Jahres läuft eine Online-Befragung von Websitebesuchern für einen meiner Kunden. In den beiden vergangenen Tagen haben wir die bisherigen Ergebnisse zum ersten Mal systematisch ausgewertet. Große Überraschungen blieben aus, aber schon in dieser Phase liefert die Untersuchung wichtige Hinweise für die künftige Ausrichtung und Gestaltung der Unternehmenskommunikation insgesamt und vor allem der Website selbst. So wurden beispielsweise Design und Nutzerfreundlichkeit des Internetauftritts signifikant besser bewertet als Inhalt und Relevanz – ein Indiz für weiteres Verbesserungspotenzial. Der Zweck von Evaluation bzw. Erfolgskontrolle ist schließlich „not to prove, but to improve“, wie es der US-amerikanische Evaluationspionier Egon Guba formulierte. Interessanter Nebenaspekt in unserem Fall: An dem Gewinnspiel zur ansonsten anonymen Umfrage machten gerade einmal 13 Prozent der Befragten mit – und dabei haben wir uns so attraktive Preise für die Verlosung ausgedacht …

Verkaufshemmende Rührung

hmkprvkhm15zdzIn den vergangenen Wochen war es „der“ Klickhit in den Sozialen Medien: der Edeka-ViralspotHeimkommen“, in dem ein alter Familienvater zu Weihnachten seinen Tod vortäuscht. Ich fand ihn ja vor allem „unecht“ und letztlich oberflächlich, aber die Teil-Quoten waren sensationell, und selbst einige Parodien, wie die brachial-böse von „Circus Halligalli“ (siehe Ausschnitt links), erzielten noch famose Aufrufquoten. Jetzt berichtet die „Horizont“ aber von einer neuen Analyse durch das Institut Ratingagentur Advertising unter auch psychologischen und neurobiologischen Gesichtspunkten, und hier landet der „Film sogar im verkaufshemmenden Bereich“. Beim Betrachter entstehe ein „bedrohliches Szenario“, das zu „einer Verknüpfung unterbewusster Vermeidungsskripten“ führe. Mal sehen, wie die Macher reagieren. In jedem Fall sollte man stets im Hinterkopf haben: Hohe Auflagen oder eben Klickzahlen machen noch keine erfolgreiche Kampagne!

Sozial auf dem Prüfstand

solmia14hgcWer das Onlineangebot des „PR Reports“ besucht, könnte in diesen Tagen wieder meinen, unsere Branche sei im Grunde nur noch in Sozialen Medien unterwegs. Gleich drei Beiträge nehmen sich dieses Themenfelds an. So bringt die Monitoring-Agentur Socialbakers den „Social Health Index„, mit dessen Hilfe man die eigene Social-Media-Arbeit nach vier Kriterien bewerten und vergleichen kann. Ähnlich die „Social-SWOT-Analyse“ von den Webguerillas, bei der sogar 35 Kennzahlen untersucht werden und mit der man „ebenso konkret wie detailliert die Wirkung von Social Media-Kommunikation in Hinblick auf Markenziele offenlegen“ könne. Dann wäre da noch der frische, kostenlos herunterladbare „Medienreport 2014“ aus dem Hause Brandwatch, der 15 „Medienmarken im Social Web“ untersucht und ein recht eindeutiges Fazit für uns bereithält: „TV erzeugt mehr Social Buzz als Print“. Aller guten Dinge sind mal wieder drei.

Stufen im Blick

DondKirp Die Fachzeitschrift „Managerseminare“ berichtet vom Tod der Evaluationslegende Donald Kirkpatrick. Dessen berühmtes Modell mit vier Stufen oder Ebenen („Reaction“, „Learning“, „Behavior“ sowie „Results“) ist bis heute kaum wegzudenken, wenn der Erfolg von Weiterbildungs- oder auch Coachingmaßnahmen bewertet werden soll. Auf der höchsten Stufe ist schlicht entscheidend, zu welchen Resultaten zum Beispiel am Arbeitsplatz die Maßnahmen letzten Endes führt, gemessen an nüchternen betrieblichen Kennzahlen. Da beißt sich die Katze freilich dann doch in den Schwanz, denn „einen wesentlichen Aspekt“ erfasst auch das „Wirkungskettenmodell“ nicht, wie das Fachblatt in einem anderen Beitrag verdeutlicht: Sind überhaupt die Voraussetzungen erfüllt, damit Weiterbildung & Co. im beruflichen Alltag Wirkung zeigen können? Für Kirkpatricks Erben bleibt genug zu tun.

Der markierte Mensch

mudmmnh13Im Rilano No. 6 im prächtigen Münchner Lenbach-Palais besuchte ich gestern die „mx regio 2013“ des Messe-Instituts aus Gräfelfing unter dem Motto „Mensch und Marke„. Neben den starken Angeboten zur wirkungsvollen Inszenierung von Marken fand ich einen leider nur einstündigen Workshop mit Marion Mayer von FairControl zu systematischem Lead-Management samt Erfolgsmessung rund um Events und Messebeteiligungen besonders interessant.

Eingeladen hatte mich übrigens das Münchner Team der Eventagentur MCI, mit dem ich für TSC das sogenannte Grand Opening des neuen Gemeinschaftsbüros Ende Oktober entwickelt und organisiert hatte. Danke nochmal!

Lesen am Ende

lsengafitwndWenn Kommunikationsprofis Nutzungsdaten von Websites analysieren, erleben wir regelmäßig die große Schmelze. Bekanntestes Beispiel: die „Robots“ oder „Spider“ der Suchmaschinen, also kleine Programme, die im Internet nach neuen Inhalten fahnden. Es ist keine Seltenheit, dass sich vier von fünf der vermeintlichen Seitenbesuche als wertlose Zugriffe solcher Suchmaschinenhelfer entpuppen. Jetzt liefert ein Beitrag im Internet-Magazin „Slate“ weitere interessante Erkenntnisse auf Basis von Daten des Analysediensts Chartbeat. Die Quintessenz: Selbst die meisten „echten“ Besucher lesen nur einen Bruchteil eines Beitrags. Ja sogar ein Großteil der Nutzer, die den Artikel zum Beispiel über Twitter „teilen„, haben ihn gar nicht auch nur annähernd komplett gelesen. Der „Slate“-Autor Farhad Manjoo drückt das nach etwa zwei Dritteln seines Beitrags überspitzt so aus: „Wir kommen nun tief hinein in die Seite, demnach dürfte das hier im Grunde nur meine Mama noch immer lesen.“ Da schreiben wir für das „Global Village“, und landen doch bei Mutti – aber das erfährt ja zum Glück kaum einer …