Schlagwort-Archive: Europa

Heimspiel mit europäischem Übertragungseffekt

Mein Kunde TSCNET Services ist ein Spezialdienstleister für das europäische Stromübertragungsnetz. Die Kernaufgabe: Jeder Netzbetreiber soll im Voraus möglichst zuverlässig wissen, wo in Europa wieviel Strom produziert und verbraucht werden wird – rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Nur so kann die Stromversorgung bei einem immer höheren Anteil an naturgemäß stark schwankenden regenerativen Energien wie Solar- Weiterlesen

Ganz Europa auf einer Seite

rpmdnbdp15vvfImmer wieder scheinen in Europa nationale Interessen oder das, was dafür gehalten wird, dem Gemeinwohl und einer starken Union im Wege zu stehen. Da hat sich zumindest vordergründig seit Goethe nicht allzu viel geändert: „Und wer franzet oder britet, italienert oder teutschet, einer will nur wie der andre, was die Eigenliebe heischet.“ Viele Experten sind überzeugt, dass ein stärkerer Zusammenhalt von uns Europäern schon am weitgehenden Fehlen europäischer Medien scheitert. Eine Zwischenetappe stellt „euro|topics“ dar, die von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegebene, werktägliche europäische Presseschau. Das frei verfügbare, dreisprachige Angebot umfasst mehr als 300 Zeitungen, Magazine und Blogs aus den 28 EU-Ländern sowie der Schweiz und der Türkei. Viel, viel Stoff, aber der vermutlich schnellste Weg, um aktuelle Themen durch eine europäische Brille zu betrachten.

Europa hat gesprochen

rdaals14fgcDie Europawahl hat fast unseren gesamten Kontinent politisch gehörig durchgeschüttelt. Nicht zuletzt das „historisch schlechte“ Abschneiden der CSU hier in Bayern sorgte für Aufregung. Ich war bei diesem Urnengang nicht nur Wähler und ehrenamtlicher Wahlhelfer, sondern im Wahlkampfendspurt auch Redenanalyst für den Verband der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS). Das hat nicht nur Spaß gemacht, sondern war auch überaus interessant. Jeweils bis zu zehn Punkte gab es für Aufbau, Sprache, Stil, Argumentation, Vortrag, Selbstdarstellung, Inszenierung, Wirkung sowie Gesamteindruck. Bei der Analyse durch meine Verbandskollegen und mich hatten sich übrigens „die beiden Spitzenkandidaten von SPD und CDU unter rhetorischen Gesichtspunkten deutlich von ihren Mitbewerbern absetzen“ können, wie der VRdS in einer Pressemitteilung bekanntgab.

Europa gar nicht wählerisch

eurwhl14jhgvc„Die Europawahl ist den Deutschen herzlich egal„, titelte die „Welt“ vor ein paar Tagen. Auch die Wahlplakate der meisten Parteien sind seltsam unkämpferisch – sie „zeigen eindrucksvoll, wie langweilig und nichtssagend Politik sein kann“, meint die „Frankfurter Rundschau“ in ihrem süffisanten Beitrag „Chancen, Wachstum, Löffelohren“. Ich bin in diesen Tagen nicht nur als Wähler, sondern auch als Redenanalyst für den Verband der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) gefragt. Und das wiederum ist vielleicht gerade in Bayern ziemlich spannend. So hatte eine amtierende MInisterpräsidentin der Schwesterpartei CDU den Wahlkampf der CSU wegen „unhaltbarer Forderungen“ massiv attackiert. Beste Voraussetzungen für einen Sprachanalysten!

Europäische Perspektive

eraflen14jhgDer ehrbare, aber bei nur 22.676 abgegebenen Stimmen spektakulär gescheiterte Versuch der Grünen, via Internetabstimmung erstmals eine europaweite Vorwahl ihrer Spitzenkandidaten abzuhalten, führt uns ein Kernproblem des politischen Europas vor Augen: Unsere Kommunikation funktioniert nicht europäisch! Bis heute haben sich keine europäischen Zeitungen oder Sender etablieren können. Es fehlt aber auch das passende Publikum. So fragt Matthias Krupa in der „Zeit„: „An welche Öffentlichkeit wenden sich die Kandidaten, wo doch eine gemeinsame europäische Öffentlichkeit erst in Ansätzen existiert?“ Man könnte es so formulieren: Man sieht Europa vor lauter Ländern nicht. Politischer Diskurs verkümmert, wenn es neben Themen, Interessen und Bürokratie nicht auch verbindende prägende Akteure und Organisationen sowie mediale Vermittlung gibt. Europa als Idee braucht auch Stimme und Gehör. Und vor allem einen gemeinsamen Marktplatz, auf dem Meinungen und Kandidaten sicht- und hörbar werden und wirksam konkurrieren können.

Schmackhaftes Rührei an der Wien

stmpnmpuiztIm Rahmen des diesjährigen „Wiener Netzservice-Forums“ der österreichischen Energiewirtschaft durfte ich jetzt in einem multimedialen Vortrag  die TSO Security Cooperation (TSC), eine Initative europäischer Übertragungsnetzbetreiber, samt dem neuen Gemeinschaftsbüro in München vorstellen. Ein Schwerpunkt lag auf den immensen Herausforderungen für unser Stromnetz durch die rasant zunehmende Integration erneuerbarer Energien. Im Schlussappell zitierte ich Paul Lacroix (1806–1884): „Die Einigung Europas gleicht dem Versuch, ein Omelett zu backen, ohne Eier zu zerschlagen.“ Mein Referat sollte Lust und Mut machen, getrost noch ein paar weitere Eier zu zerschlagen – TSC ist ja auch wirklich ein Musterbeispiel dafür, wie lohnend das sein kann.