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Weichenstellung Horrorbilanz

FreudentrauerErst jetzt wurde ich dank „PR-Magazin“ auf den schon rund zwei Wochen alten Beitrag „Peinliche Presseerklärungen. Falsch, verlogen, zynisch“ im „Handelsblatt“ aufmerksam. In ihm geht es wieder einmal um die Tendenz der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit zur fast schon albernen Verschleierung und Beschönigung. Die Marschroute ist meist schon gleich an der überdehnten Überschrift einer Pressemitteilung zu erkennen – da Weiterlesen

Prozentual marginalisiert

prent14hgcEhrlich währt am längsten, heißt es. So ist es löblich, wenn ein renommierter Getränkeproduzent bei seiner neuen Fruchtschorle deutlich macht, wie gering der Fruchtsaftanteil letztlich ist. Wenn dann aber auch noch Schludrigkeit oder Unwissenheit hinzukommt, wird aus dem gutgemeinten Verbraucherhinweis mathematischer Murks. So schreibt jener Hersteller auf der Flasche, die neue Maracuja-Lemon-Mischung enthalte „10 % Frucht, davon 3 % Maracuja“ – das entspräche allerdings einem Maracuja-Anteil von lediglich 0,3 % (3 Prozent von 10 %), de facto sind es aber dann doch 3 % des Ganzen. Mich erinnern derartige Fehler an die reichlich peinlichen Verwechslungen langjähriger Walhbeobachter, die Prozent und Prozentpunkt schlicht nicht zu unterscheiden wissen. Oder an Werber, die bei „60 Prozent gesenkt“ vergessen, ein „um“ voranzustellen. Fehlerfreie Kommunikation gibt es nicht, aber etwas weniger Mängel „ab Werk“ könnten wir Profis schon abliefern.

Offen manipuliert

gnmaipuit14zcViele Zeitungen berichten heute so wie der „Stern“ daüber, dass McDonald’s seinen Geflügelfleischlieferanten künftig europaweit genmanipulierte Futtermittel erlaubt. Der „Spiegel“ zitiert eine Greenpeace-Sprecherin, derzufolge sich beispielsweise ein Chickenburger um weniger als einen Cent verteuern würde, wenn der Fast-Food-Konzern, für dessen in- und externe Kommunikation ich jahrelang gearbeitet habe, hier weiterhin konsequent auf Gentechnik verzichten würde. Bekannt wurde die Genfutter-Zulassung jetzt nach einem Schreiben, in dem McDonald’s die Umweltaktivisten offenbar vorab über das „Ende der Selbstverpflichtung“ informiert hat. Das wiederum spräche zumindest für einen erfreulich offenen Umgang mit den wenig erfreulichen Neuigkeiten. Ich bin gespannt, ob Kunden und Umweltschützer das werden honorieren wollen.

Ehrlich gut

osndiimlmDer vielleicht entscheidende Satz fällt – in breitem Bayrisch – eher gegen Ende: „Vertrauen zu meinen Kunden baue ich auf, indem ich ehrlich bin zu ihnen“, sagt da Obststandbesitzer Didi. Der ist in Bayerns Landeshauptstadt ebenso beliebt wie bekannt. Und jetzt kam er gratis in den Genuss eines Imagefilms, wie man ihn sonst eher von Großkonzernen und Weltmarken kennt. Gemacht wurde das gut vierminütige Video mit dem schönen Titel „S’Lebn is a Freid! Die Mutter aller Imagefilme“ hochprofessionell und mit viel Liebe zum Detail von Al Dente Entertainment, erfolgreicher Spezialist für Unternehmensfilme. Die „Süddeutsche Zeitung“ wiederum hat jetzt dazu einen schönen Beitrag gebracht. Entstanden sei „eine nette Hommage an Didi, das Münchner Original, zum anderen eine geniale Entlarvung der vielen Sales-Competitions-Werbesprech-Worthülsen„. Ganz ehrlich!