Schlagwort-Archive: Coaching

Wille mit Sitzfleisch

Wille und DisziplinWieder mal zu wenig geschlafen, zu viel gegessen oder zu wenig bewegt – vermutlich jeder Mensch verhält sich zuweilen unvernünftig und vor allem ganz anders, als er es – zumindest vermeintlich – eigentlich will. Ein Interview in der „jetzt“ mit dem Münchner Psychologen Jens-Uwe Martens liefert ganz simple und belegbar wirksame Methoden, um die eigene Willensstärke zu trainieren und „unserer Disziplinlosigkeit in Weiterlesen

Kommunikation mit Wirkstoffen

Becher876876Slogans, Mailings, Reden, Kompetenzformeln, Naming, Headlines, Pressetexte, Hörfunkspots und und und – Kommunikationsprofis wissen um die Macht des Wortes, aber auch um deren Grenzen. Von Metaphern über die Haptik eines Papiers bis zur Produktprobe gibt es viele Mittel und Methoden, andere Sinne anzusprechen und Botschaften erlebbar zu machen. Über eine Coaching-Kollegin wurde ich jetzt auf die kanadische Weiterlesen

Erfolg mit Haltung

Jean Paul„Wer an das Gute im Menschen glaubt, bewirkt das Gute im Menschen.“ Mit diesem bekannten Jean-Paul-Zitat kombiniert das ungewöhnliche Unternehmensmagazin „Brennstoff“ der ebenso ungewöhnlichen Schuh- und Möbelmarke GEA einen Beitrag zum wohl bekanntesten Experiment des Psychologen Robert Rosenthal zu selbsterfüllenden Prophezeiungen bzw. zum sogenannten Rosenthal-Effekt: Wenn Weiterlesen

Verdammt gute Frage

Gut FragenIn der „Süddeutschen Zeitung“ fand sich gestern ein Beitrag zu einem Interview, in dem die Chefpersonalerin des umstrittenen Social-Media-Giganten Facebook die wichtigste Frage an Bewerber verraten hat, und die „hat es in sich“, wie die Redakteurin vollkommen zurecht anmerkt: „An Ihrem allerbesten Arbeitstag – dem Tag, an dem Sie nach Hause kommen und überzeugt sind, dass Sie den besten Job der Welt haben – was haben Sie Weiterlesen

Queroptimiert in der Kunstvilla

wwltwrd15rfuDank „professionellem Optimierungsguide auch morgen noch in München mithalten können“ und „Next-Level-Upcycling“ für die permanent überdrehende Leistungsgesellschaft – die möglichst durchrationalisierte Intensivbewirtschaftung des Menschen bildete die Arbeitsfläche für Gesche Pienings furioses Gesamtkunstprojekt „Wer wollt ihr werden?“ in der Villa Stuck, dessen Premiere ich gestern erleben durfte. Dort erwarteten mich ein noch eher moderater „Hörparcours“ im fahrenden Taxi, eine multisinnliche Impuls- und Konfrontationsausstellung samt „anarchischem Ausgleichsraum“ sowie ein abschließendes, 15-teiliges Dauerschleifenkonzert mit drei Bühnen und Filmprojektionen im „kulturellen Naherholungsgebiet“. Das Ganze war so bunt, wie es sich liest. Schön, schräg, oder (meistens sogar) beides. Mit Denkern, Schauspielern, Multimediakünstlern und Musikern. Beispielsweise singt Wolfgang Petters Mädchenchor gegen das Castingunwesen an, fragt Landlerschwester Manu Rzytki nach Münchens Freaks, verkündet Knarf Rellöm tanzend seinen „Letzten Willen für das Gemeinwesen“, marschiert „Quer“-Macher Christoph Süß für das „Stück Markenfleisch“ und huldigt Richard Oehmann von Dr. Döblingers geschmackvollem Kaperltheater und Cafe Unterzucker ganz grundsätzlich der Gegenthese. Ein mal eher nachdenkliches, mal stürmisches Fest der Frage- und Ausrufezeichen. Ich bin noch ganz mitgenommen.

Animateur an Lenker

lpadtplg15lkjTypologien gibt es wie Sand am Meer – und sind mit Vorsicht genießen. Und doch sind sie fast unverzichtbar, um das menschliche Miteinander zu klären und halbwegs effizient zu gestalten. Als gut brauchbar hat sich das Vier-Typen-Modell der US-amerikanischen
Marketing- und Kommunikationsexperten Tony Alessandra und Phil Hunsaker erwiesen. Es unterscheidet unser Verhalten nach zwei Dimensionen (indirekt oder direkt sowie fördernd oder fordernd) anhand von drei Merkmalsgruppen (verbal, stimmlich sowie visuell). So ergeben sich vier verschiedene Typen:

  1. Indirekt fördernd: der PARTNER (zögernd handeln/entscheiden, enge, persönliche
    Beziehungen wollen, zwischenmenschlichen Konflikte meiden, Schwächen
    bei Zielsetzung/Selbstdisziplin, hohe Fähigkeit, von anderen Hilfe zu erhalten,
    langsam arbeiten, mit anderen kooperieren, Sicherheit/Geborgenheit suchen,
    gute Beraterfähigkeiten)
  2. Indirekt fordernd: der DENKER (vorsichtig handeln/entscheiden, Organisation/
    Struktur anstreben, Einbindung meiden, Detailfragen stellen, Daten sammeln,
    rationelles, pragmatisches Klima suchen, Recht behalten wollen, (alleine) langsam
    und präzise arbeiten, gute Problemlösungsfähigkeit)
  3. Direkt fördernd: der ANIMATEUR (spontan handeln/entscheiden, Einbindung
    wünschen, Alleinsein meiden, übertreiben/generalisieren, zur Träumerei neigen,
    andere anstecken, sprunghaft, rasch arbeiten, begeistert mit anderen kooperieren,
    Achtung/Anerkennung suchen, gute Überredungskünste)
  4. Direkt fordernd: der LENKER (klar/zügig handeln/entscheiden, Kontrolle
    anstreben, Tatenlosigkeit eliminieren, Freiheit suchen, um sich und andere zu
    steuern, kühl, unabhängig und ehrgeizig, (alleine) schnell und eindrucksvoll arbeiten,
    Organisationstalent)

„Missverständnisse geschehen, weil wir nicht begreifen, dass unterschiedliche Leute unterschiedliche Kommunikationsstile haben“, so Alessandra. „Kluge Typen sind untypisch“, meint hingegen ein Aphorismus Erhard Bellermanns. Auch kein schlechter Gedanke in Sachen Typologisierung.

Coach im Spiegel

gntnch15kmkDas „Erkenne dich selbst“ der alten Griechen ist laut einem Bericht in Christopher Rauens renommiertem Coaching-Newsletter die vielleicht wichtigste Anforderung an einen wirklich guten Coach. Ohne hinreichende „seelische Selbsterfahrung“ und Selbstreflexion könne ein Coach zum „Beratungstechniker und unaufgeklärten Manipulator“ werden. Ein Coach könne die entsprechenden Methoden und Werkzeuge erst dann sinnvoll anwenden, wenn er sie zuvor selbst an eigenen Fragestellungen ausprobiert habe. Selbstreflexion im geschützten Kontext bereichere das Leben, erweitere die individuellen Handlungsspielräume und solle daher bereits in der Coachingausbildung breiten Raum einnehmen. Selbsterkenntnis ist eben „die Schule der Weisheit“, wie Baltasar Gracián y Morales schon vor fast vierhundert Jahren wusste.

 

Durschnittlich enttäuscht

sdezchkrr15elmDas ist so ein bisschen wie mit den Autofahrern, wo sich viel, viel mehr als überdurchschnittlich gut einstufen als statistisch überhaupt möglich: Nach einem schönen Beitrag in der „Süddeutschen Zeitung“ zu einer Bain-&-Company-Studie verlassen gut 30 Prozent der Wirtschaftsstudenten ihre Hochschule „mit dem Selbstvertrauen eines zukünftigen Topmanagers“, während letztlich nur ein Bruchteil ganz oben ankommt. Trotz vollem Einsatz und Überstunden blieben die meisten irgendwann zwangsläufig mehr oder weniger frustriert als mittlere Führungskraft hängen. Spätestens. An der Spitze wird es eben eng. Das mag einleuchten, aber „die Erklärung nimmt uns die Enttäuschung nicht“, wie der renommierte Psychologe Michael Ziegelmayer zitiert wird. Ein geradezu klassisches Coaching-Thema, zu dem es glücklicherweise viele bewährte Methoden und Instrumente gibt. „Enttäuschungen sind die Amme der Weisheit„, so der irische Politiker Boyle Roche im 18. Jahrhundert – aber dahin ist es meist ein langer Weg.

Stress lass nach

srewtebld15tgf„Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens“, wusste schon John Steinbeck. Das Atemholenkönnen und die vielbeschworene Work-Life-Balance sind für viele Arbeitgeber und Personaler entscheidende Qualitäten für angehende und erst recht langjährige Fühungskräfte. Die Crux dabei: „Selbst auf dem Buddhaweg machen sich Menschen selbst Stress“, wie es der japanische Zen-Meister Kodo Sawaki einmal ausdrückte. Das Fachmagazin „ManagerSeminare“ hat jetzt die wichtigsten Ergebnisse der „Trendstudie – Weiterbildungsszene Deutschland 2015“  veröffentlicht. Eine der Kernaussagen lautet tatsächlich: Führungskräfte stünden so unter Druck, dass Weiterbildung selbst und die Stärkung der Selbst- und Stresskompetenz wiederum zum Stressfaktor werden.

Vielleicht fahren wir mit Friedrich Dürrenmatts „Mittel gegen die Managerkrankheit“ am besten: „Stecke mehr Zeit in deine Arbeit als Arbeit in deine Zeit.“ Klingt aber irgendwie auch schon wieder verdächtig nach etwas, worin man tunlichst gut sein sollte. Oder doch nur nach einem guten Ansatz für eine Coachingsitzung? Nun denn …

Bei Drei auf dem Baum

wmagrbun14zgcvEin furchtbar schlechtes Zeugnis stellt der Wirtschaftspsychologe Uwe Peter Kanning einer ganzen Reihe an beliebten Methoden der Personalentwicklung und Persönlichkeitsbildung in seinem Mitte des vergangenen Jahres erschienen Buch „Wenn Manager auf Bäume klettern …“ aus. Das Blaue vom Himmel werde da oft versprochen, während eine auch nur hinreichende Wirksamkeit nicht belegt oder sogar recht überzeugend widerlegt worden sei.  Da will man zuweilen den Kopf schütteln über so viel Gutgläubigkeit oder Naivität bei Teilnehmern und vor allem auch Entscheidern in den Personalabteilungen. „Im günstigsten Fall erwartet die Teilnehmer nutzloses Entertainment, im ungünstigen Fall Verdummung“, heißt es vom Verlag. Übrigens kommt auch mein professionelles Coaching bei Kanning vor, allerdings eher positiv – mit gescholtenem „Wildwuchs“ à la Astro-Coaching oder Stadtschamanentum hat das glücklicherweise wenig gemein.