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Kommunikation mit offenem Beutel

pdmdpbr15rrgZu Beginn meiner PR-Karriere in den frühen Neunzigern habe ich Laien manchmal Öffentlichkeitsarbeit als die „komplette Kommunikation minus klassische Anzeigen bzw. Spots“ erklärt. Bis heute spielen „bezahlte Kommunikation“ und „Paid Media“ in meiner Arbeit nicht die Hauptrolle und sehe ich durchaus auch viele kritische Aspekte, aber noch nie habe ich irgendwelche legalen und legitimen Kommunikationsinstrumente und -kanäle per se ausgeschlossen, wenn ich auf der Suche nach dem für den Kunden bzw. das Projekt bestmöglichen Vorgehen war. Zum Beispiel PR-Anzeigen, Sonderwerbeformen, Materndienste, Imagespots oder eben neudeutsch „Paid Media“ – wieso sollten Unternehmenskommunikation und PR einen nicht unwesentlichen Teil ihrer Klaviatur komplett unbespielt lassen, nur weil ihnen das Etikett „bezahlt“ anhaftet? In seiner Medienschau weist das „prmagazin“ heute auf einen Beitrag in den „PR-Fundsachen“ von und für Studierende hin. „Indem sich PR-Spezialisten neue Kompetenzen aneignen, können sie durch den Einsatz von Paid Media im Modell mit Earned, Shared und Owned Media ihr Arbeitsfeld erweitern und dadurch enormen Einfluss auf die gesamte Kommunikations-Strategie nehmen“, heißt es dort. Aber selbstverständlich! Nur „neu“ sollte das nun wirklich nicht mehr sein.

Unverdächtige Werbung

nvrtsnköfeFrüher hatten wir Textteilanzeigen, dann Sonderwerbeformen und Advertorials, heute: Native Advertisement, die nahtlose Einbettung von Werbeinhalten in das redaktionelle Angebot. Dank Bildblog bin ich auf einen schönen, umfassenden Beitrag dazu von Martin Giesler mit vielen Beispielen und Denkanstößen gestoßen. Seine Frage: „Wenn Werbung zum Inhalt wird, was wird dann aus dem Inhalt?“ Laut „Adzine“, einem „Magazin für Online-Marketing“, sind „native Ads“ besonders stark in die gewohnten Themenwelten eingebunden und „erscheinen dem Nutzer daher unaufdringlicher“. Klar: Die Werbung kommt also daher wie ein redaktioneller Beitrag. Giesler sieht das kritisch: Das Ganze erweist dem Journalismus auf lange Sicht einen „Bärendienst“ und führt dazu, dass der Nutzer gerade bei den Medien, denen er „mal blind vertraut“ hat, künftig „genau hinsehen muss“. Augen auf beim Medienkonsum!