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Abschied von der gelben Kompassnadel

Daran muss ich mich erst noch gewöhnen: Die Anfang März 1995 von Michael Bürker und mir voller Tatendrang und Zuversicht im Münchner Stadtteil Altperlach eröffnete ComMenDo Agentur für Unternehmenskommunikation verschwindet nach beinahe 22 Jahren als eigenständige Marke vom Markt – die feine, kleine Agentur mit dem auffälligen Logo in Signalgelb wird ein Teil der Münchner Script Consult GmbH. Auch wenn Weiterlesen

PR-Riese auf heißen Kohlen

dlmnkhl15ugdNeugeschäft zählt zu den Themenklassikern bei der Eigen-PR von Agenturen. Ganz anders diesmal bei Edelman, der mit rund 5.500 Mitarbeitern weltweit wohl größten unabhängigen PR-Agentur: Die US-Amerikaner trennen sich von sämtlichen Kunden aus der Kohleindustrie sowie der Ecke der Klimawandelleugner. Damit wolle Edelmann die drohende Erosion der eigenen Legitimität und Glaubwürdigkeit auf dem Meinungsmarkt vorbeugen, wie es in einem facettenreichen Hintergrundbeitrag im britischen „Guardian“ heißt. Grundsätzlich halte man Verschleierungstaktiken, die Verbreitung von Halbwahrheiten und Manipulationsversuche wie die berühmte Grünfärberei schlicht für „unangemessen“.

Für mich klingt das – nicht zuletzt nach nach einem Blick auf Edelmans Kundenliste – zwar noch ein wenig halbherzig, aber lautere Absichten will ich gar nicht in Abrede stellen. Der „PR Report“ hält aber ganz andere Gründe für die Trennung von zum Teil langjährigen und budgetstarken Mandanten für möglich: mangelnde Attraktivität für Mitarbeiter und vor allem Abfuhren bei der Vergabe von Teiletats von Top-Marken wie Nike oder Unilever. So geht es wohl auch hier vor allem um eins: „Kohle“.

Glückwunsch zum Zwanzigsten

cmndjbl15edfzHerzlichen Glückwunsch an Michael Bürker und seine heute vor zwanzig Jahren gemeinsam mit mir gegründete PR- und Kommunikationsagentur ComMenDo, damals wie heute in der Hofer Straße im Münchner Stadtteil Alt-Perlach. Gerne und mit Stolz erinnere ich mich an die wilde, enorm fruchtbare und insgesamt erfolgreiche Gründungszeit – trotz Insolvenz unseres damaligen Hauptkunden aus der Bauwirtschaft. Nach rund anderthalb Jahren stieg ich aus, übergab meinen Anteil Michael – und finde es großartig, dass er die Agentur bis heute mit seinem schier unendlichen Knowhow, seiner klugen Art und glücklicher Hand durch eine hektische Branche und Märkte voller Umbrüche geführt hat. Klasse! Ich wünsche ihm, seiner lieben Frau sowie Geschäftspartnerin Andrea und der ganzen ComMenDo-Truppe auch weiterhin viel, viel Glück! Möge die charakteristische gelbe Kompassnadel im damals von mir kreierten Logo stets den richtigen Kurs anzeigen.

Pitchen bis zum Abwinken

pthpra14hjgcDer klassische Weg zum größeren Auftrag für Agenturen in Werbung und PR führt über den sogenannten Pitch. Dabei entwickeln die teilnehmenden Agenturen auf Basis eines Briefings ein mehr oder minder fertig ausgearbeitetes Konzept, häufig bereits mit grafischen Entwürfen oder umsetzungsreifen Ideen für Kampagnen und Maßnahmen. Der Aufwand ist in der Regel immens, das Honorar hingegen schmal oder auch gar nicht vorhanden. Die meisten Marktteilnehmer akzeptieren solche Ausschreibungen – bei fairen Chancen auf Erteilung des Auftrags. Allzu oft aber ziehen die vermeintlichen Auftraggeber die Kandidaten über den Tisch, zum Beispiel mit Scheinausschreibungen oder skrupellosem Ideenklau. Auf Initiative der Gesellschaft Public-Relations-Agenturen (GPRA) soll die neue Internetplattform Pitchblog vor schwarzen Schafen schützen und „einen Beitrag zu einer professionellen sowie fairen Pitch- und Ausschreibungskultur leisten“. Betreut werden soll die Plattform für „Fälle von unlauteren Pitch-Verfahren und schrägen Vergabeentscheidungen“ von einem Medienanwalt. Klingt fair.

Besser verhandeln

eghcunl14igb„Verhandeln ist nicht die schlechteste Form des Handelns“, sagte der Schriftsteller William Penn Adair Rogers einmal. Verhandlungen sind auch zwischen Kunde und Dienstleister immer wieder nötig und stehen im Mittelpunkt des praxisnahen Beitrags „Take back the Power“ der langjährigen Vorsitzenden des US-amerikanischen Unternehmensverbands „Council of PR Firms“, Kathy Cripps. Wiederholt betont Cripps die Bedeutung einer sorgfältigen Vorbereitung jedes Gesprächs mit dem Abstecken des Verhandlungsspielraums. Wenn man dann als PRler lerne, Premium- oder Zusatzleistungen nicht als Gratisdreingabe zu verschleudern und getrost auch einmal „Nein“ zu sagen, habe man insgesamt gute Karten für den nächsten Verhandlungspoker. Gerne geben ich noch einen Aphorismus des englischen Essayisten Sir Francis Bacons mit auf den Weg: bei schwierigen Verhandlungen „nicht sofort auf Ertrag und Gewinn sehen, sondern das Geschäft vorbereiten und nach und nach reifen lassen“. Viel Erfolg!

Agentur klingt gut

ledsrvpl14uzihcvEin durchaus ansprechendes Lied, von der eigenen Band versiert vorgetragen (sogar mit technisch anspruchsvollem Riff), in sehr gelungener Verpackung – rundum überzeugen kann mich die rührende musikalische LiebeserklärungThere’s no we without you“ an die Mitarbeiter der Münchner Agenturgruppe Serviceplan. Die „W&V“ bringt ein paar Hintergründe zu dem von Senior-Texter Tommy Schmidt (siehe Bildchen links) komponierten und gesungenen Rock-Stück – der „Joe Cocker der Agenturbranche“ ist studierter Musiker und versteht was von seinem Fach. Auch das aufwändig hausgemachte Video kommt gut bei mir an, obgleich die vielen Ausschnitte mit Agenturmitarbeitern fast durchgehend banal, wenig inspiriert und manchmal ein bisschen „Panne“ sind.

Man kann das Ganze für verlogene Eigen-PR oder gar einen Anlass zum Fremdschämen halten, wie es einige der Kommentatoren bei der „W&V“ tun. Bei so viel Passion, Kreativität und handwerklichem Können überwiegt bei mir jedoch ganz eindeutig das Positive.

Zwischen Aufklärung und Klassizismus

levkpntPRINT Communications Consultants, die PR-Agentur im Netzwerk von Heye und DDB, bei der ich noch bis Ende Mai angestellt war, haben sich zu Lessing von Klenze Kommunikationsberatung umbenannt und einen komplett neuen Marktauftritt verpasst. Neu sind auch das Büro in Frankfurt am Main und Hans Obermeier in der Geschäftsführung. Der frühere Kommunikationschef der West LB und Chefredakteur bei Reuters erklärt auch den unkonventionellen Namen: Lessing und von Klenze hätten dem Dialog „meisterhaft Stimme und öffentlichen Raum“ verliehen, und dies sei „auch unser Geschäft“, heißt es in einem Bericht im „PR Report„. Das ist doch mal ein hehrer Anspruch.

Tag in Wechselstimmung

bhidstrtprtnHeute ist es soweit: offizieller Abschied von PR!NT nach mehr als sieben Jahren! Das Foto zeigt meinen blumengeschmückten Schreibtisch zum Start als Teamleiter in die Heye- und DDB-Welt 2006. Es bleiben viele gute Erinnerungen und großartige Erfahrungen mit starken Kollegen in spannenden, oft wirklich mutigen Kommunikationskampagnen und -projekten für Kunden wie Adelholzener, Amazon, das BSMELF, die CMA, DPD, Jenapharm, Johnson & Johnson, Premicon, Same Deutz-Fahr, Ticona, TU München, die VKB, VP, Wintershall/Wingas und vom ersten bis zum letzten Tag McDonald’s Deutschland. Bei aller Vorfreude ein Rückblick mit Wehmut …