Spielfreude vor dem Fall

Als freiberuflicher Berater und Dienstleister segle ich unter der Flagge „Kommunikation und Entwicklung“ – weil ich für meine Klienten Kommunikation machen will, die etwas bewirkt, und weil ich mit meiner Arbeit insgesamt dazu beitragen will, dass sich Menschen und Organisationen weiterentwickeln. In der Hauptsache besteht meine Tätigkeit aus Texten, meist begleitet von Bildern. Mit Vorliebe setze ich darüber hinaus aber auch weitere Methoden und – sprichwörtlich – Spielarten ein. Ein wahres Eldorado dafür war das dreitägige „TSCNET Forum“, das ich zusammen mit meinem Kunden gestaltet und moderiert habe. Das Hotel Jäger von Fall am idyllischen Sylvensteinstausee mit seinen vielen Raumangeboten und angeschlossenem Outdoorgelände inklusive „Pfad der Sinne“ sowie Teamparcours bildete dabei einen idealen Rahmen.

Die gesamte, englischsprachige Veranstaltung war durchzogen von auflockernden, spielerischen, aktivierenden und/oder erlebnisorientierten Zusatzmodulen. Sie alle sollten Spaß machen, vor allem aber zum Gelingen des Events und zur Vermittlung und Verankerung von Lerninhalten und Schlüsselbotschaften beitragen. Schließlich ist „der Mensch nur da ganz Mensch, wo er spielt“, wie es Schiller formulierte. Selbst für die Fahrt im Shuttlebus vom und zum Flughafen hatte ich mehrere kleine Spiele und Knobeleien zu einigen der Veranstaltungsthemen vorbereitet, zum Beispiel ein Rätsel nach dem „Campsite“-Prinzip zum künftigen E-Learning-Angebot für TSCNET-Nutzer oder ein sogenanntes Logikpuzzle zu typischen Fehlern im Berufsalltag der Teilnehmer. Im Laufe der drei Tage gab es unter anderem kleine Fragerunden, Edutainment mit Branchen-Superhelden, Früh(denk)sport mit Augenbinde und Seil, einen Europa-Wettbewerb, ein Gedächtnistraining mit bunten Bauklötzen sowie eine Blitz-Evaluation an der „Event-Torte“. Höhepunkt war ein abendliches Quiz in Anlehnung an „Who wants to be a millionaire?“ („Wer wird Millionär?“), fast schon fernsehreif durchgezogen mit Originalmelodien und animierten Fragen auf großem Bildschirm.

Spielen, so der Staatsmann und Denker Edmund Burke (1729 – 1797), ist ein „dem Menschen innewohnendes Prinzip“, und der Pädagoge Friedrich Wilhelm August Fröbel (1782 – 1852) war sicher: „Die Quelle alles Guten liegt im Spiel.“ So weit würde ich nicht gehen, aber bei vielen Veranstaltungen sind spielerische Elemente so etwas wie das Salz in der Suppe und ganz wesentlich für die Ziel-Erreichung. Inhalte vermitteln? Schaff‘ ich spielend!