Bunt getrieben im Einflussreich

Wenn man mich fragt, was ich an meinem Beruf als Kommunikationsberater und -macher als charakteristisch erachte, dann fallen mit Sicherheit ziemlich bald die Stichwörter Vielseitigkeit und Vielfalt. Viele Projekte und noch mehr Themen mit verschiedenen Kunden in verschiedenen Branchen auf unterschiedlichen Kanälen – ein schier unendlicher, sich ständig verändernder Kosmos. In diesem Gewurle fühle ich mich pudelwohl, gibt es doch überall Neues zu entdecken und bieten sich – in uns und um uns herum – unzählige Gelegenheiten, zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Das urbane Umfeld einer Großstadt mit ihrem steten Fluss an Inspirationen verstärkt diesen Facettenreichtum noch. Vor ein paar Tagen zum Beispiel besuchte ich nach der Arbeit die Mini-Ausstellung in der Werkstatt eines Künstlers, ging dann mit einem Freund in den von Riesengrafitti geschmückten Biergarten am Viehhof (eine der für München typischen Zwischennutzungen), von dort ins famose Alternative-Rock-Festival „Free & easy“ im Backstage, anschließend kurz in eine Boazn, einen Drink später weiter in die wunderbar schräge „Gruam“ mit Techno-DJ und abschließend noch ins maritim angehauchte „Unter Deck“ – mehr und mannigfaltigere Eindrücke an einem Abend gehen kaum. So füllt sich der „Erfahrungsschatz des ‚impliziten Wissens‘ als die Quelle kreativer Gedanken“, wie es in einem Beitrag der „Zeit“ zu Kreativität heißt.

Die „Inspiration – der alkoholfreie Rausch“, wie es der Schriftsteller Alexander Weber ausdrückte. Und danach: die große Leere oder gar ein Kater? Damit Einflüsse nicht nur da hinein- und dort wieder hinausrauschen, müssen sie auch verarbeitet, reflektiert und sortiert werden. Neben Offenheit und Neugierde bedarf es dazu der Bereitschaft zur fast pausenlosen Auseinandersetzung und auch ernsthaften Beschäftigung. Ich halte es da ganz mit Pablo Picasso: „Inspiration existiert, aber sie muss dich bei der Arbeit finden.“ Frohes Schaffen!