Berauschender Applaus

Hanf Hände 2016Die sogenannte Brutkastenlüge zur Legitimierung der Irak-Invasion der USA, manipulierte Studien der Zigarettenindustrie oder gefälschte Wikipedia-Einträge – die Liste ließe sich noch lange fortsetzen: fragwürdige oder schlicht illegale Praktiken in der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit. Die Public-Relations-Industrie kommt nicht weg von ihrem Image als Wahrheitsverdreher vom Dienst. In den vergangenen Tagen stieß ich auf zwei weitere, besonders spannende Fälle. Der eine ganz aktuell aus dem Social-Media-Kosmos: Der ohnehin umstrittene, millionenschwere Carsten Maschmeyer muss sich des starken Verdachts erwehren, eine Horde „bezahlter Claqueure“ mache in den Sozialen Medien gezielt Stimmung für ihn, seine Gattin Veronica Ferres und auch noch den befreundeten Fußballtrainer Mirko Slomka.

Das andere Beispiel ist nicht nur viel schwerwiegender, sondern reicht auch viel weiter zurück. In seiner aktuellen Ausgabe beschriebt das schöne, dezidiert bayerische Magazin „MUH“, wie eine konzertierte Anti-Hanf-Kampagne mit Mitteln der US-amerikanischen Industrie eine der ältesten Nutzpflanzen der Menschheit als „Mörderdoge“ brandmarkte und im Laufe von Jahrzehnten ein fast weltweites Anbauverbot durchzusetzen half. „Besonders der Chemie-Konzern DuPont und der Waldbesitzer und Zeitungsmagnat Hearst förderten und finanzierten das ‚Bureau of Narcotics‘ in seinem großen Feldzug gegen den Hanf“, heißt es dazu auf „Planet Wissen“. PR als Hebel für die Weltpolitik – leider oft alles andere als ein Ruhmesblatt.